Geschichte "Feder"

Die Kinder werden auf ihre kleinen Abenteuer in der Natur vorbereitet, indem wir ihnen zunächst helfen sich zu entspannen. Sie sollen lästige Gedanken des Alltags beiseite schieben können, um für neue Eindrücke offen zu werden. Mit der Geschichte "Die Feder" ist dies gut zu verwirklichen.

Du hast eine Feder in der Hand. Schaue sie Dir genau an. Fühle, wie leicht sie ist. Nur ein leiser Atemhauch von Dir und sie wird davon fliegen. Lass sie aber jetzt nur ganz leicht abheben und dann sofort wieder auf Deinem Arm landen. Behalte sie vorsichtig in Deiner halb geschlossenen Hand.

Nun schließe Deine Augen und stelle Dir vor, Du seiest auch so federleicht und könntest Dich durch die Luft treiben lassen … über eine Landschaft mit sanften Hügeln, … grünen Feldern … und dunklen Wäldern. Die Heimat ist schön.

Jetzt schwebst Du gerade über eine Blumenwiese hinweg, … Du atmest den Duft der Blüten, … bunte Schmetterlinge fliegen lautlos umher, … sie flattern von Blume zu Blume. Du bewunderst die leuchtenden Farben auf den Flügeln der Schmetterlinge. Du staunst über die Farbenpracht auf dieser Wiese. Die Natur kann so schöne Bilder malen.

Eine Biene brummt an Dir vorbei. Sie hat schwer zu tragen. Ihre beiden Beintaschen sind voll gestopft mit gelben Blütenpollen. Du lächselst über ihr Gebrumm, aber Du bewunderst sie, weil sie so fleißig ist. Du fühlst Dich wohl, denn hier brummt das Leben. Lautlos fliegst Du weiter. Es macht Dir mit Deinem Federgewicht keine Mühe, Dich in größere Höhe tragen zu lassen.

Ein kleiner Luftzug wirbelt Dich herum. Du drehst Dich und schwebst weiter wie im Tanz von Ort zu Ort. Wo es Dir gefällt, lässt Du Dich nieder. Am gluckernden Bach, …. auf dem warmen Fels in der Sonne, … auf der rauen Rinde eines Baumes. Überall staunst Du darüber, wie vielfältig die Natur sich Dir zeigt.

Du entdeckst viele schöne Plätze. Wo es Dir besonders gut gefällt, verweilst Du einen Moment. Du lauschst dem Gesang einer Grille. „Die Erde ist schön und voller Leben“, singt sie. Du gibst ihr recht, und du fühlst Dich wohl.

Auch Du hast viel Schönes gesehen, Jetzt kannst Du Deine Traumreise beenden, denn Du willst in die Wirklichkeit zurück kommen. Deshalb atmest Du jetzt ein wenig tiefer ein und aus, … bewegst ein wenig Deine Fingerspitzen, … Deine Zehenspitzen, … und nachdem Du noch mehrmals tief geatmet hast, bewegst Du auch ein wenig Deine Arme und Beine. Nun dehnst und streckst Du Dich, denn es ist an der Zeit, Deine Augen zu öffnen.

Du schaust nach Deiner Feder. Sie war während Deiner ganzen Traumreise wohl behütet in Deiner hohlen Hand. Jetzt liegt sie ganz ruhig auf Deiner offenen Handfläche.

Auch Du bist ganz ruhig, wieder vollkommen in der Wirklichkeit zurück. Und wenn Du jetzt Deine Feder betrachtest, wird sie Dir etwas sagen wollen. Höre genau hin, denn mit einem lautlosen Hauch will sie sich bei Dir dafür bedanken, dass Du sie magst. „Wie ich in Deinem Traum, " sagt sie, " genau so darfst Du jetzt  mit Deinen wachen Augen viele kleine Wunder der Natur entdecken!“

Mit der Geschichte "Knospe"ist eine weiter gehende Zielsetzung verbunden. Hier werden handlungsorientierte Impulse gegeben, während in der Geschichte "Feder" die entspannte Bereitschaft, Neues aufzunehmen, angeregt werden sollte.