Piraten-Lexikon

Von A bis Z wird über Seefahrer und Piraten geschnattert

Beim Klabautermann! Hier haben wir gesammelt, was der Piratenpapagei bisher so alles ausgeplaudert hat. Arr! Er spricht über Sturm und Flaute auf See, über Leben und Arbeit an Bord, über Sieg und Tod im Kampf und auch über den Traum aller Piraten von Abenteuer und Freiheit. Arr! Und für die großen und kleinen Piraten unter uns hält er manche Anregung bereit.   Arr! Arr! Arr! 

 A:

Achtern Das hintere Deck des Schiffes.

Achterstücke Eine alte spanische Silbermünze. In Puzzle Piraten sind diese Münzen aus Gold.

Ärzte waren früher auf jedem Schiff vorhanden, da sie dort vor allem für Verwundete aus Kämpfen gebraucht wurden. Sie hatten jedoch auch Medizin für Krankheiten, wie zum Beispiel eine Erkältung. Schiffsarzt zu sein war kein besonders angenehmer Beruf, da sie oft Arme und Beine amputieren mussten.

Affenfaust: Knoten am Ende einer Wurfleine. Wird genutzt um besser eine Leine werfen zu können.

Affenfels: Spöttisch für Schiffe mit umfangreicher Besatzung.

Affenjacke: Spöttisch für Marineuniformen.

Ahoi (engl. ahoy): Piratischer Gruß, wird in der Seefahrt sowohl bei der Begrüßung, als auch beim Abschied verwendet.

Alle-Mann-Manöver: Manöver, bei denen die komplette Crew antreten muss, auch wenn sie eigentlich Freiwache hat.

Anbohren Ein oder mehrere Löcher in eine Schiffshülle bohren oder schneiden, um das Schiff zu versenken.

Anne Bonny Eigentlich waren an Bord eines Piratenschiffs keine Frauen erlaubt. Aber als sich der Piratenkapitän John Rackham in die Irin Anne Bonny verliebt, nimmt er sie mit auf sein Schiff. Allerdings muss sie Männerkleidung tragen, Männerarbeit leisten und sie darf ihr Geheimnis nicht lüften. 1720 wurde das Schiff von Rackham geentert und die gesamte Mannschaft wurde zum Tode verurteil. Nur Anne Bonny und Mary Read wurden verschont, da sie beide schwanger waren. Danach führte Anne Bonny eine Kneipe.

Anker lichten Einen Anker hoch holen, um lossegeln zu können.

Antike: Piraten spielten schon 100 Jahre vor unserer Zeitrechnung eine Rolle. Sie stahlen die Kornlieferungen aus Ägypten auf dem Mittelmeer und brachten so Rom in existenzielle Not. Erst die entschlossene Sicherung der Seewege dämmte die Piraterie wieder ein.

Arr! / Argh / Arrgh! / Yarr! / Harr! etc. Allgemeine Piraten-Ausdrücke, die zu jedem Anlass verwendet werden können.

aufholen Während einer Verfolgung näher kommen.

Auf Kiel legen Baubeginn eines Schiffes (ähnlich der Grundsteinlegung beim Haus).

Augenklappe Piraten trugen die Augenklappe aus verschiedenen Gründen: Die einen trugen sie, weil ein Auge verletzt oder blind war. Das passierte häufig. weil Piraten und Seemänner zum Navigieren einen Jakosstab oder Sextanten benutzten. Mit denen muss man die Sonne anpeilen. Aber in die Sonne zu gucken, ist sehr ungesund für die Augen, und so sind viele Seeleute auf einem Auge erblindet. Deshalb trugen sie eine Augenklappe. Andere trugen sie, weil sie daran glaubten, mit der Augenklappe ihre Augen trainieren zu können. Sie meinten, dass sich das Auge so besser an die Dunkelheit gewöhnt. Wenn die Piraten zum Beispiel an Deck arbeiteten, dann war es dort tagsüber sehr hell. Sobald sie aber zwischdurch unter Deck gingen, wurde es schummerig dunkel. Dann wechselten sie einfach die Augenklappe von einem Auge auf das andere. So musste sich das Auge gar nicht erst lange umstellen und die Piraten konnten gleich gut sehen. Das war besonders in gefährlichen Situationen sehr wichtig. Außerdem sieht man (auch heute noch) mit einer Augenklappe viel gefährlicher aus, als ohne Augenklappe.

Ausguck war auf den Segelschiffen der Piraten ein unbeliebter Platz, meist eine umgebaute Plattform weit oben an einem Mast. Je höher der Ausguck hing, desto weiter konnte man gucke. Und das war wichtig, um andere Schiffe oder auch Land zu melden. Hing der Ausguck, der auch Krähennest genannt wurde, 2 m über Deck, so konnte man ca. 5 km weit schauen. Hing das Krähennest aber 10 m hoch, erweiterte sich die Sicht auf ungefähr 12 km. Und war der Ausguck gar auf 15 m Höhe, dann konnte man bis zu 15 Kilometer weit gucken.

aussetzen Auf einer einsamen Insel oder Küste absichtlich abgesetzt und im Stich gelassen werden. Dazu wurden häufig Männer verurteilt, die während eines Gefechts desertiert waren oder Kameraden um den Anteil ihrer Beute betrogen hatten. Wer zum "Gouverneur einer Insel" ernannt wurde, also ausgestzt wurde, erhielt als ganze Ausrüstung nur ein Flasche Rum, eine Pistole, etwas Schießpulver und eine Kugel. Damit hatte er die Wahl, langsam zu verdursten oder sich selbst zu erschießen.

Äquatortaufe: Ein meist derbes Ritual unter Seeleute, wenn sie zum ersten mal den Äquator überqueren. Sie bekommen dann einen nautischen Spitznamen.

Aye Ja. Aye, aye Käpt'n!

 

B:

Back Vorschiffsaufbau, oder klappbarer Esstisch.

Backbord: Die linke Seite eines Schiffes, wenn du in Richtung des Bugs siehst. Gegensatz von Steuerbord.

Bananenschwein Fette Ratten, welche sich häufig in den Bananenkisten verstecken.

Bark Ein Segelschiffstyp mit ursprünglich drei Masten. Später wurden auch Barken mit vier oder fünf Masten gebaut. An den vorderen Masten der Bark sind Rahsegel befestigt, am letzten Mast ein Gaffelsegel.

Bartolomew Roberts Der wahrscheinlich erfolgreichste Pirat aller Zeiten. Er kaperte in den Jahren 1719 bis 1722 über 400 Schiffe. Er überfiel die Schiffe entlang der Küste Westafrikas, Kanadas und im Karibischen Meer. Bartholomew Roberst war äußerst grausam zu seinen Gefangenen, obwohl er ein tiefreligiöser Mann war. Seiner Mannschaft verbot er das Glücksspiel, und er bestand darauf, dass das Licht unter Deck um acht Uhr gelöscht wurde. Er war ein sehr strenger Kapitän, der Alkohol verabscheute. Sein Lieblingsgetränk war Tee. Zu Roberts Eigenarten gehörte auch das Tragen von vornehmer Kleidung. Selbst bei Kämpfen trug er sie. Er starb während eines Kampfes und wurde, auf seinen Wunsch hin, mitsamt der prächtigen Kleidung ins Meer geworfen.

Bauernnacht Eine Nacht in der der Seemann, keine Wache halten muss.

Bay Das englische Wort für „Meeresbucht“.

Beaufortskala Skala zur Bestimmung der Windstärke.

beidrehen (auch beiliegen) Ein Segelschiff wenden, sodass sein Bug in den Wind weist, um im Sturm nicht zu kentern. Das Schiff liegt reglos im Wasser und treibt lediglich in Erwartung eines Sturms.

Besanmast Der hinterste Mast eines Dreimasters.

Bergfahrt Fahrt stromaufwärts

betakeln betrügen.

Beute Waren oder Besitztümer, die mit Gewalt oder durch Piraterie erworben wurden. Wurde in der Piratensprache auch Prise (aus dem Französichen 'nehmen') genannt. Wenn ein Pirat im Gefecht verletzt wurde, konnten die Piraten mit ihrer Prise den Arzt bezahlen. Die Prise bestand aus Waffen, Stoffen, Gewürzen, Lebensmitteln und Weinbrand. Grundsätzlich wurde der Großteil einer jeden Beute so unter der Mannschaft aufgeteilt.

Bilge Der Teil einer Schiffshülle, der am breitesten und am flachsten ist und auf dem das Schiff ruht, wenn es strandet. Dieser Raum lag unten am Kiel und wurde oftmals mit Steinen gefüllt, damit das Schiff sein Gleichgewicht beibehielt und stabil im Wasser lag. Hier ist es am kühlsten, weil die Bilge sich meist mit etwas Wasser füllte. Der Begriff "Bilge" kann auch "Dummes Gerede, Unsinn" bedeuten.

Bilgewasser Wasser, das sich in der Bilge oder am Kiel eines Schiffes sammelt. Es wird oft geduldet, bis es zu eklig wird.

Black Jack Bezeichnung der Piratenflagge in Anlehnung an die Union Jack. Siehe auch Jolly Roger.

Blackspotten Markiert einen todgeweihten Piraten.

Blanker Hans Eine bildhafte Beschreibung der Sturmwellen der Nordsee.

Blaue Jungs Bezeichnung für Matrosen und Seemänner bei der Marine.

Blauer Peter Flagge die anzeigt, dass das Schiff in 24 Stunden in See sticht.

Bleackbeard Name eines berühmten Piraten. Den Namen erhielt er wegen seines dichten schwarzen Bartes. Blackbeard, der häufig kämpfte und sich mit mehreren Klingen, Messern und Pistolen behangen zeigte, wurde besonders wegen der langsam brennenden Zündschüre bekannt, die er angeblich während einer Schlacht in seinen langen Bart gebunden hatte. Diese Tat hat ihn zum Inbegriff des unerschrockenen Freibeuters werden lassen.

Blender Schmugglerschiff.

Blütezeit der Piraten dauerte nicht viel mehr als 40 Jahre, ca. von 1690 bis 1730. Am schlimmsten trieben sie es zwischen 1714-1722. Die Zeit der Bukanier und der Krieg zwischen England, Holland und Frankreich gingen ihrem Ende entgegen. Unmengen von Freibeutern standen plötzlich da, nur die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit, Piraterie oder dem Anheuern auf einem Handelsschiff, um dort unter schlechten Bedingungen und für einen minimalen Lohn zu arbeiten. Viele entschieden sich für die Piraterie, hielten sich dabei weiterhin an ihre Kaperbriefe und ließen Schiffe der eigenen Nationalität unbehelligt.

Bombo Ein sehr beliebtes alkoholisches Getränk unter Piraten. Sie tranken es, wenn sie sich an Land von den Strapazen erholten.

Bootsmannstuhl (auch Seemannstuhl genannt) ist ein Brett, auf den der Seemann sitzen kann, wenn er an der Takelage arbeiten muss.

Brecher Eine Welle deren Kamm bricht.

Breitseite Gemeinsames Abfeuern aller Kanonen auf einer Seite des Schiffes.

Brigg Ein 25 bis 50 Meter langes Segelschiff. Sie hat eine Mastenhöhe von 42 Metern und ist ungefähr sieben Meter breit. Dadurch ist das Schiff sehr wendig.

Brigantine Ein kleines Segelschiff mit zwei Masten, das auch durch Rudern fortbewegt werden konnte.

Bruttoregistertonne (BRT) Maßeinheit, wie viel ein Schiff laden kann.

Buddel Flasche, beinhaltete meist den Alkohol 'Rum'. Heutzutage wird das Wort noch in manchen niederdeutschen Dialekten verwendet.

Bug Vorderer Teil eines Schiffes.

Bugnase Oberstes Bugende. Möglicherweise bemalt, dann folgende Farben mit verschiedener Bedeutung: Rot – passieren des Suezkanals, Gelb – Überquerung des Äquators, Blau – Überquerung des Polarkreises und Schwarz für den Besuch des Schwarzen Meeres.

Bugspriet Lange Stange (Spiere), die über den Bug des Schiffes nach oben hinausragt. Meist ist dort auch das Segel angebracht. Unterhalb dieses Bugspriets waren oft Galionsfiguren angebracht, die die Schiffe schützen sollten.

Bunte Kuh war der Name eines Kriegsschiffes von Simon van Utrecht. Der Holländer van Utrecht zog mit der 'Bunten Kuh' in den Kampf gegen den Seeräuber Klaus Störtebeker.

 

C:

Charles Vane war ein sehr schlitzohriger Pirat im 18. Jahrhundert. Er wurde sehr bekannt, als er sich 1718 mit dem ehemaligen Piraten Woodes Rogers anlegte. Seine Raubzüge führte Charles Vane vor allem in der Karibik und im Atlantik aus. Als sein Piratenschiff bei Jamaika in einen Hurrikan kam, konnte er sich auf eine Insel retten. Die restliche Mannschaft war tot. Vane wurde allerdings gefunden, und da er Pirat war, wurde er in Jamaika hingerichtet.

chartern Mieten eines Schiffes oder aber Erstellung eines Frachtvertrages.

Corn Islands Zwei Inseln im Atlantik (auf spanisch Islas del Maíz). Bevor die Inseln von den Briten besetzt wurden dienten sie den Piraten als Unterschlupf. Auf alten Karten heißen die Corn Islands „Islas de los Manglares“.

Crew Mannschaft eines Schiffes. Bezeichnet alle Leute, die an Bord eines Schiffes arbeiten, vom Koch bis zum Kapitän.

 

D:

Davit Befestigung, an denen die Beiboote angebracht sind.

Davy Jones Locker Englisches Idiom für den Grund des Ozeans als letzte Ruhestätte ertrunkener Seeleute; "Der besucht Davy Jones' Truhe für den Rest der Ewigkeit" - er ist tot.

Deck Ebene eines Schiffes, auf der man laufen kann.

Degen Eine lange Waffe, die im Mittelalter und auch von Piraten zum Kampf gebraucht wurde. Mit einem Degen konnten die Kämpfer ihren Gegnern Hiebe und Stiche versetzen. Wegen der langen, schmalen, elastischen und geraden Klinge musste der Kämpfer nicht zu nah an seinen Feind herantreten und war so selbst ein wenig geschützter vor dessen Angriffen.

Demokratie Auf den Piratenschiffen herrschte oft eine gewisse Form der Demokratie. So wurden oft wichtige Entscheidungen durch Abstimmungen der Besatzung getroffen.

Der Alte Abfällig für den Kapitän eines Schiffes.

Der Gast Der Teufel.

Der Große Spöttisch für den ersten Maat.

Der große Teich Bezeichnung für den Nordatlantik.

Dippen Grußform zwischen Schiffen, bei denen die Flagge halb herunter geholt wird.

Dock (Auch Kai oder Pier) Anlegestelle für Schiffe.

Dockschwalbe Umgangssprachlich für Prostituierte am Hafen.

Dolch Eine kurze, meist zweischneidige Stichwaffe, die leicht zu verstecken ist und deshalb gerne für Überraschungsangriffe bereitgehalten wurde. Der Feind konnte nicht erkennen, dass sein Gegner bewaffnet war. Anders als Degen und Säbel ist er wegen seiner kurzen Klinge nicht besonders gut zum Fechten geeignet.

Dollbord Die oberste Kante der Schiffseiten.

Donnerbräu Ein starkes Getränk.

Drakkar (Drachenboot) Kampfschiffe der Wikinger mit schlanker Bauweise. Sie hatten am vorderen Balken des Bootes einen Drachenkopf befestigt. Dieser sollte den Wikingern die Dämonen und Meeresgeister fernhalten und zugleich ihren Gegnern Angst einflößen. Auf ein Drakkar passten etwa 100 Männer von denen immer 70 ruderten.

Drei Schwestern Drei aufeinander folgende Monsterwellen.

Drei Segel im Wind sein Alle drei Segel setzen, wodurch das Schiff schwankt wie ein betrunkener Seemann.

Dschunke oder auch Dschonke Bezeichnet eine Vielzahl von Segelschiffstypen. Traditionelle chinesische Dschunken sind als Handels-, Lasten oder Fischerschiffe besonders auf chinesischen Flüssen und den Küstengewässern, aber auch auf der Hochsee unterwegs. Manchmal werden sie auch als Hausboote genutzt.

Dublonen Goldmünzen, die früher in Spanien oder Lateinamerika verwendet wurden.

Duelle Die Strafe für das Streiten an Bord bestand meist darin, dass sich die beiden Gegner an Land mit Pistolen duellieren mussten. Verfehlten beide auf zehn Schritte Entfernung ihr Ziel, mussten sie mit Degen weiterkämpfen. Wer zuerst den anderen verletzte war Sieger.

 

 

E:

Edward England war zunächst ein normaler Seemann. In Irland geboren arbeitete er als Matrose auf Handelsschiffen. Als aber 1717 sein Schiff von dem Piraten Christopher Winter und seiner Crew überfallen wurde, schloss er sich den Piraten an und agierte von nun an unter dem Namen Edward England. Schon bald hatte er eine eigene Mannschaft und war ein berüchtigter Pirat. Nach einem seiner Beutezügen schenkte er einem Mitglied seiner Crew, John Taylor, das gekaperte Schiff Victor. 1721 wurde Edward England bei einer Meuterei durch John Taylor als Kapitän ersetzt und auf einer Insel vor Madagaskar ausgesetzt. Er starb kurze Zeit später.

einschiffen An Bord des Schiffes gehen.

Elmsfeuer (auch Sankt-Elms-Feuer, Eliasfeuer) ist eine seltene elektrische Entladung bei Gewittern, wobei in den Toppen der Masten, den Spieren usw. kleine Flämmchen erscheinen.

Embargo Ausfuhrverbot für Schiffe.

Emden ist eine friesische Stadt im Nordwesten Deutschlands, die zeitweise zum Hauptquartier der Piraten wurde. 1433 wurde die Stadt von dem Städtebund Hanse eingenommen.

entern Manöver zur gewaltsamen Eroberung eines Schiffes.

Enterbeil wurde von den Piraten zum Entern von Schiffen benutzt. Taue konnten mit seiner Hilfe gekappt werden. Manchmal wurde das Enterbeil auch als Waffe verwendet.

Enterdregge Ein vierarmiger Wurfanker. Von Piraten wurden sie vor allem beim Entern eines Schiffes genutzt. Sie warfen die Enterdregge auf das andere Schiff und schwangen sich dann daran hinüber.

Enterhaken  Als Enterhaken wird der metallische Stangenaufsatz bezeichnet, der in der Schifffahrt dazu dient, ein anderes Schiff näher an das eigene Schiff heran zu ziehen. Piraten nutzten ihn, um bewaffnet direkt auf ein eingegnerisches Schiff gehen und dieses entern zu können. Der Enterhaken ähnelt einem (umgedreht gebrauchten), vergrößerten Angelhaken und ist oft mit einer zusätzlichen Spitze versehen, die auch als Stichwaffe im Nahkampf dienen konnte.

Entermesser Ein kurzes, schweres Schwert mit einer krummen, einschneidigen Klinge. Es war die beliebteste Waffe bei allen kämpfenden Seeleuten - auch der Piraten. Es entwickelte sich aus den langen Messern der Bukaniere. Sie benutzten es, um ihr Fleisch für das Grillen vorzubereiten. Da die Klinge des Entermessers sehr kurz ist, eignete es sich für die Benutzung in den engen Schiffskajüten.

Ernährung Piraten waren meist monatelang auf Kaperfahrt (Plündern von Schiffen). Frisches Obst und Gemüse, aber auch Brot und Fleisch verdarben auf hoher See viel zu schnell. Kühlschränke gab es damals noch nicht. Deswegen aßen die Seeräuber fast jeden Tag Zwieback und Dörrfleisch. Auch das Trinkwasser der Piraten war sehr schlecht. Meist fehlte es an Vitaminen, dadurch wurden die Piraten sehr krank. Oft gab es auch Ratten an Bord der Schiffe, die den Piraten ihre Vorräte weg fraßen und sie mit einer gefürchteten Krankheit, der Pest, infizierten.

Etmal Zurückgelegte Strecke eines Schiffes von einem Mittag bis zum Nächsten.

 

F:

Faden (auch Klafter genannt) Längeneinheit auf See, um die Tiefe des Meeres zu bestimmen. 1 Faden entspricht ca. 1,82m.

Fall Als Fall bezeichnet man auf Segelschiffen ein Stück Tauwerk, das zum Hochziehen (Setzen) und Herablassen (Bergen) oder Reffen von Segeln benutzt wird. Beim Entern versuchten Piraten die Fallen des gegnerischen Schiffs zu kappen, damit die Segel herabstürzten und die Besatzung unter sich begruben.

Ferkeltreiber Bei mehreren hintereinander fahrenden Schiffe, dass langsamste.

Festmacher Derjenige, der das Schiff am Dock festmacht. Wird auch als Bezeichnung für das Tau benutzt, welches für die Befestigung genutzt wird.

Feudel Wischlappen an Bord.

Feuer Leuchtende Seezeichen auf Wasser, wie zum Beispiel Leuchttonnen oder Leuchttürme.

Filibustiere (Flibuster) Eine Vereinigung von Seeräubern, die im 17. Jahrhundert die Karibik heimsuchten. Ihre Mitglieder waren hauptsächlich Franzosen. Später wurden alle Seeräuber und Freibeuter so bezeichnet.

Fische füttern Erbrechen aufgrund von Seekrankheit. Im englischen (feed fisch) aber "Über Bord gehen".

Flaggenalphabet Verständigung auf See mit Hilfe von Flaggen.

Flaggenparade Feierliches Hissen oder Niederholen der Flagge.

Flüstertüte (auch Sprachrohr genannt) verstärkt die eigene Stimme, um von allen gehört zu werden.

Fock Vorsegel, befindet sich vor dem Mast.

Francis Drake Ein gefürchteter Pirat, der mit seiner Besatzung vor allem spanische Schiffe überfiel, welche mit Waren aus Amerika kamen. Es wird berichtet, dass er die erste Kartoffelpflanze nach Europa brachte. 1577 startete Francis Drake eine Entdeckungsreise. Diese Fahrt dauerte fast drei Jahre, so wurde er der erste englische Weltumsegler. Außerdem war er der erste Mensch, der lebend von einer Weltumseglung zurück kam. Von der englischen Königin Elisabeth I. zum Ritter geschlagen hieß er von da an 'Sir Francis Drake' und kämpfte im Auftrag Englands. Man nannte ihn deshalb auch 'Pirat der Königin'.

Fredekoggen waren Schiffe, die eingesetzt wurden um Handelsschiffe vor Angriffen der Piraten zu schützen. Sie waren also Begleitschiffe. Fredekoggen wurden aus „normalen“ Koggen zu Kriegsschiffen umgebaut.

Freibeuter waren staatlich geduldete oder beauftragte Piraten, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert auf Kaperfahrt gingen. Dabei hatten sie das Recht (durch einen Kaperbrief), die Schiffe anderer Nationen zu kapern, jedoch nicht die der eigenen Nation. Oft hielten sich die Freiräuber weder an Rechte noch an Pflichten. Die Bezeichnung wurde besonders für jene Piraten gewählt, die den Spaniern in Amerika während des 17. und 18. Jahrhunderts zusetzten (Piraten der Karibik).

Friesennerz Meist gelbe Regenschutzkleider der friesischen Seefahrer.

Freund Hein Der Tod

Fuchs Bei überanstrengten Augen Land sehen, was gar nicht da ist.

fufteln 15 minütige Pause

 

G:

Gaffel Eine am Mast befestigte und verschiebbare Stange. Sie ragt schräg nach oben. Zwischen Gaffel und Baum wird das trapezförmige Gaffelsegel aufgespannt. Gaffel ist ein niederdeutsches Wort für Gabel.

Galeasse Eine größere Galeere. Sie ist genau wie eine Galeere 50 Meter lang, aber dafür höher gebaut. Dadurch war sie schwerer zu entern. Auf einer Galeasse konnten 800 bis 1200 Piraten arbeiten.

Galeere Ein Kriegsschiff mit Segeln. Besonders im 16. Jahrhundert war es sehr beliebt. Eine Galeere war 50 Meter lang und sieben Meter breit. Sie war jedoch kein besonders sicheres Schiff, da die Galeere bei Unwettern schnell umkippte. Eine Galeere, die größer war, hieß Galeasse und diejenigen die kleiner waren Galeoten.

Galionsfigur Unter dem Bugspriet angebrachte Figur, meist in Form einer hübschen Frau, welche Glück bringen und das Schiff beschützen sollte. Die Figuren aus Holz wurden unterhalb des Bugspriets am Schiff angebracht. denn die Seeleute dachten früher, dass ein Schiff Augen haben müsste, um den richtigen Kurs halten zu können.

Gatt Bezeichnung für Öffnungen oder Löcher im Schiff.

Gefängnis Piraten die gefangen genommen wurden mussten mit der Verurteilung zum Tod rechnen. Nur in seltenen Fällen entkamen sie oder wurden zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Viele Piraten starben schon vor den Verhandlungen, da die hygienischen Bedingungen in den Gefängnissen sehr schlecht waren. Da sie oft mehrere Monate dort verbringen mussten, bevor sie vor das Gericht kamen, war die Wahrscheinlichkeit dass sie vorher starben, sehr hoch.

Gefangene waren ein Teil der Beute. Für reiche Gefangene wurde ein Lösegeld verlangt. Wurde dies nicht gezahlt, so wurden die Gefangenen gefoltert, um die Verstecke ihrer Reichtümer preiszugeben. Sie hatten in der Regel die Wahl: Das Lösegeld zu zahlen, zu sterben, oder sich den Piraten anzuschließen. Letzteres taten viele.

Geschichte Seefahrende Völker betrieben seit jeher und in allen Zeiten alle Piraterie.

Geschwindigkeit Um die Geschwindigkeit eines Schiffes zu messen benötigte man früher eine Logleine. Die Logleine war eine Schnur, in die in regelmäßigen Abständen ein Knoten gebunden war. Am Ende dieser Logleine war ein Holzscheit befestigt. Ein Matrose warf die Logleine ins Wasser und der Holzscheit blieb an einer bestimmten Stelle hängen. Während sich nun das Seil abrollte, zählte der Pirat mit, wie viele Knoten in einer bestimmten Zeit durch seine Hände glitten.

gieren Bezeichnung für das Abkommen eines Schiffes vom ursprünglichen Kurs (z.b. durch Wind, Strömungen, Seegang etc.).

glasen Gibt die Uhrzeit an Bord an, in Abhängigkeit der Schichten. Die Seeleute hatten stets 4 Stunden Dienst und 4 Stunden Ruhezeit. Die Glasenuhr schlägt in jeder abgelaufenen Stunde einen Doppelschlag. (also insgesamt bis zu 4 Doppelschlägen). Danach beginnen die Wachzeit sowie die Uhrschläge wieder von vorne.

Glücksspiel Das Glücksspiel wurde auf jedem Piratenschiff intensiv betrieben. Ob Kartenspiele oder Würfelspiele, sie alle waren eine gute Belustigung in Zeiten des Wartens und der Not. Nicht selten waren die Piraten beim Spiel ziemlich betrunken verspielten dabei all ihre hart erbeuteten Wertsachen. Oft ergaben sich im betrunkenen Zustand Streitereien und Handgreiflichkeiten, weshalb das Glücksspiel an Bord verboten war.

Gode Wind ! Seglergruß bei festlichem Anlass.

Gold zu finden oder zu erbeuten war das Ziel eines jeden Piraten. Es war der beste Weg, um an Reichtum und Ruhm zu gelangen.

Goldenes Zeitalter der Piraterie (1690 – 1730). Die Eroberung Amerikas, vor allem von Südamerika, eröffnete der Piraterie ein völlig neues Feld der Einnahmen. Gold, Silber und Edelsteine wurden in Massen erbeutet und nach Europa transportiert.

 

Grog Heißgetränk: Ein mit Wasser verdünnter Rum.

Großer Teich Atlantik

Guinea ist eine alte englische Münze die früher von Seeleuten benutzt wurde. Ein Meerschweinchen wurde damals für eine Guinea verkauft.

 

H:

Hafenlümmel Dicke Bockwurst.

Hanse Eine Organisation von mehreren deutschen Städten, die von Mitte des zwölften bis Ende des siebzehnten Jahrhunderts bestand. Bei der Organisation ging es vor allem darum, den Handel zwischen den Städten zu regeln. Schon bald war die Hanse sehr mächtig. Auch auf dem Meerweg wurde Handel betrieben. Dort erreichte die Hanse schnell ein hohes Ansehen.

Hänseln Gemeine Rituale, um in die Mannschaft aufgenommen zu werden.

Hanfkragen Schlinge des Henkers.

Havarie Unglücke an Bord, wie z.B. Leck Laufen, Mastbruch etc.

Heck Hinterer Teil eines Schiffes.

Hein Janmaat Durchschnittsmatrose (sowas wie Hinz und Kunz)

Helgoland war ein wichtiger Stützpunkt für Piraten. Dort konnten sie ihre Schiffe mit frischem Trinkwasser und Fisch versorgen. Außerdem konnten sie so Schiffe, die aus Hamburg oder Bremen kamen und neue Ware an Bord hatten, problemlos überfallen.

Henry Every war ein Pirat, der viele Namen hatte. Er nannte sich John Avery, Long Ben und Ben Bridgeman. Sein Spitzname war Erzpirat. Seine Piratenflagge zeigt einen weißen Totenschädel (im Profil mit Blick nach rechts) mit Kreolenohrring und einem Stirnband über zwei gekreuzten Knochen auf schwarzem Grund. Henry Every eroberte das Schiff Gang-i-Sawai, welches sehr wertvolle Fracht geladen hatte. Das inspirierte viele Männer, sich der Piraterie zuzuwenden.

Heutige Piraten treten vereinzelt noch in den Gewässern Südostasiens und Südchinas auf. Die neue Generation der Piraten kommt aus großer Armut, hat nichts zu essen und sieht in der Piraterie ihren einzigen Ausweg. Sie leben in Küstennähe und überfallen nur sehr kleine Schiffe. Doch sind sie bewaffnet und wollen durch Erpressung Beute machen.

Heuer Lohn der Seefahrer.

hissen nennt man den Vorgang, wenn eine Flagge oder ein Segel hochgezogen werden. In der Seefahrt machte man sich so zur Abfahrt bereit. Die Flagge der Piraten war fast immer gehisst, damit die gegnerischen Schiffe wussten, mit wem sie es zu tun haben.

Hoch und trocken Wenn ein Schiff aufgrund von Ebbe oder Sandbänken aufgelaufen ist.

Holm Ein Pfahl aus Holz oder Stahl, der die Segel und Takelage hält.

Hochzeit mit des Seilers Tochter machen Aufgehangen werden. Der Seiler machte die Stricke, an denen die Verurteilten hängen sollten.

Hulk Ein altes oder entmastetes Schiff, das früher auch als Gefängnis verwendet wurde.

Hundekoje Extrem kleine Koje (Schlafkammer) für Matrosen.

Hundewache Wache zwischen Mitternacht und vier Uhr.

 

I:

Indischer Ozean mit 74,9 Millionen km² Fläche (ca. 14,7 % der Erdoberfläche) der drittgrößte Ozean der Erde. Als der Seeweg nach Indien entdeckt wurde, fuhren immer mehr europäische Handelsschiffe durch den indischen Ozean. Sie wurden zur Konkurrenz für die arabischen Gewürz- und Seidenhändler, wurden aber selbst durch die Piraterie bedroht.

Instandsetzung und Reparatur ihrer Schiffe war für Piraten kein Problem. Wenn ihr eigenes Schiff kaputt war, kaperten sie sich einfach ein neues. Kaum eine Mannschaft ließ sich ein eigenes Schiff bauen.

Isobathe Linie, die Orte gleicher Wassertiefen miteinander verbindet.

Isotherme Linie, die Orte gleicher Temperaturen miteinander verbindet.

 

J:

Jack Eine Flagge oder ein Seemann. Zeigt auch, wie sehr sich Seeleute mit ihrer Flagge identifizieren. (Jack o' Coins - Der Zahlmeister oder Quartiermeister. Jack o' Cups Der erste Offizier. Jack o' Staves Der Oberleutnant. Jack o' Swords Der Bootsmann. Jack Ketch Ein öffentlicher Henker oder Scharfrichter. Mit Jack Ketch zu tanzen, bedeutet, gehängt zu werden. Jack Tar Beliebter umgangssprachlicher Name für einen Seemann (auch: Jack Afloat).

Jakobsstab Wurde früher in der Seefahrt verwendet um Strecken zu messen. Dafür musste man ihn vor das Auge halten. Der Jakobsstab besteht aus zwei Stäben, die zueinander rechtwinklig angeordnet sind und dadurch einem Kreuz ähneln.

Jean Lafitte lebte in New Orleans, wo er mit seinem Bruder ein Geschäft betrieb. Vom Barataria Bay aus griffen Lafitte und seine Bande von Freibeutern und Piraten amerikanische, britische und spanische Schiffe an. Sie besaßen mehr als 10 Schiffe. Der Gouverneur setzte ein Kopfgeld auf Lafitte aus. Dieser jedoch drehte den Spieß um und setzte das doppelte Geld für die Ergreifung des Gouverneurs ein. 1814 boten britische Besatzungen Lafitte eine Belohnung an, wenn er ihnen bei einem Angriff der Briten auf New Orleans helfen würde. Dafür erlangten Lafitte und seine Besatzung Straffreiheit für begangene Verbrechen, aber sie mussten ihren Hauptsitz in Barataria Bay aufgeben. Bis zu seinem Tod führte Jean Lafitte Piratenüberfälle von Häfen Mittelamerikas aus. Er starb 1821.

Jolly Roger Berühmteste aller Piratenflaggen. Über die Enstehung dieses Namens gibt es unterschiedliche Theorien. Manche sagen, dass er von dem französischen Ausdruck "joli rouge" (schönes Rot) abgeleitet ist. Andere vermuteten, dass der Name von dem englischen Wort "roger" kommen könnte - so nannte man Landstreicher und Vagabunden. Außerdem war "Old Roger" ein verbreiteter Name für den Teufel. Eine neuere Vorstellung ist die, dass Jolly Roger etwas mit den Tempelrittern zu tun haben könnte, dem berühmten mittelalterlichen Militätorden..

jumpen springen

Jungfernfahrt Erste Fahrt eines Schiffes.

 

K:

kabbelig unruhige See, aufgrund von Seegang, der aus zwei verschiedenen Richtungen kommt.

Kabelgatt Bezeichnung für den Lagerraum für Taue, Seile oder der Ankerkette.

Kabellänge Nautisches Längenmaß. 1/10 der Seemeile ca. 185,2 m.

Kajüte oder Koje ist die traditionelle Bezeichnung für den Schlafraum auf Schiffen.

Kanonen wurden von den Piraten zur Kaperung eines Schiffes eingesetzt. Schwere Kanonenkugeln durchlöcherten das gegnerische Schiff, so dass es langsam unterging.

Kanonier Der Kanonier hatte die vierthöchste Stellung auf einem Piratenschiff. Er navigierte seine Kanonen genau in die Mitte eines gegnerischen Schiffes. Er wusste, an welcher Stelle die Kanone treffen musste, um den Untergang des Gegners zu bewirken.

Kaperbrief  Ein Brief, der von der Regierung ausgestellt wurde. Er galt als eine Lizenz für Privatbürger, Besitztümer einer anderen Nation an sich nehmen zu dürfen. Mit diesem Brief war der Pirat berechtigt andere Schiffe auszurauben. Sie handelten meist auf dem Hintergrund politischer Konflikte im im Auftrag eines Herrschers und betrieben die Piraterie quasi legal. Wurde der Streit beigelegt, wurden solche Piraten "arbeitslos", setzten dann aber nicht selten als gewöhnliche Piraten ihre Überfälle fort. Oft wurden Kaper-Brief auch gefälscht. Wurde jemand mit einer Fälschung erwischt, drohte ihm eine Strafe.
Spätmittelalter Hohe Zeit der Kaperbriefe. Machthaber von Städten oder Gebieten gaben gewissen Kapitänen sogenannte Kaperbriefe gegen bestimmte Feinde. Wurde der Streit beigelegt, wurden solche Piraten gleichsam "arbeitslos", setzten aber vielfach als gewöhnliche Piraten ihre Überfälle fort.

Kaperschiff  Ein Schiff, das zwar in privater Hand ist, aber während des Kriegs die Erlaubnis einer Regierung erhalten hat, feindliche Schiffe anzugreifen und zu kapern.

Kapitän Höchstgestellter Mann an Bord eines Schiffes. Auf einem Piratenschiff entschied er über alles, was das Leben auf hoher See betraf.

kappen Schnelles durchtrennen von Tauen.

Karibische Meer (Karibik) ist bis zu 7680 Meter tief und als südöstlicher Teil des Amerikanischen Mittelmeeres durch die Westindische Inselkette vom Atlantischen Ozean abgetrennt. Diese Inselkette erstreckt sich in einem Bogen vom Golf von Mexiko bis fast nach Venezuela.

Kaventsmann Große Welle/ Monsterwelle.

kentern Das seitliche Umkippen eines Schiffes oder Bootes. Zu Piratenzeit bedeutete kentern gleichzeitig auch den Untergang eines Schiffes, da auf hoher See das Wiederaufrichten unmöglich war.

Kettenschuss Zwei Kanonenkugeln werden mit einer kurzen Kette verbunden. In Seeschlachten zielte diese destruktive Maßnahme darauf ab, die Takelage des gegnerischen Schiffes zu zerstören.

Kiel Der wichtigste, mittschiffs im Boden angebrachte Längsverband eines Schiffes oder Bootes. Der Kiel ist somit das „Rückgrat“ des Schiffes. An ihm sind die querstabilisierenden Spanten, die „Rippen“, angebracht.

Kielholen Bestrafungsmethode: Der jeweilige Matrose wird an beiden Seiten der Rahnock mit Seilen befestigt und dann unter dem Kiel eines Schiffes durchgezogen. Bei der leichteren Form dieser Bestrafung zog man quer von der Seite auf die andere, bei der schweren dagegen längs am Kiel entlang, sodas die harten Schalen der am Schiffsrumpf angewachsenen Seepocken seine Haut zerschnitten. Gewöhnlich starb der solchermaßen bestrafte während des Kielholens an Ertrinken oder durch Haie, oder einige Tage später an seinen Verletzungen

Kielwasser Fahrrinne eines Schiffes. „Im Kielwasser schwimmen“ bedeutet auch soviel wie: Dicht auf dem Fersen sein.

Kiste des toten Mannes Bildhafte Sprache eines Sarges auf dem Meeresgrund (Häufig auch als "Davy Jones Kiste" bezeichnet).

Kimm Linie des Horizonts.

Klar Schiff machen Das Schiff säubern oder herausputzen.

Kleiner Bruder Einer dem Hauptsturm folgender kleinerer Sturm.

Kleiner Sack Bezeichnung für kleinen Hafen.

Klüse Öffnung im Schiffsbug für (Anker)ketten und Taue; Klüsen Augen.

Knoten Einheit für die Geschwindigkeit eines Seeschiffes. Ein Knoten entspricht einer Seemeile. 1kn=1,852 km/h.

Klabautermann Meist ein gutmütiger Schiffskobold und Schutzpatron der Schiffe. Er hilft bei den Arbeiten an Bord - vor allem das "Kalfatern". „Wenn er klopft, bleibt er, wenn er hobelt, geht er Wenn ein Seemann ihn beim Verlassen des Schiffes sieht, ist es kein gutes Zeichen den es besagt: Das Schiff sinkt in Kürze !

Beim Klabautermann Ein Ausdruck der Überraschung.

Klüver Ein dreieckiges Vorsegel. Den Klüver hängen Schlecht gelaunt oder verärgert aussehen, schmollen.

Kochsmaat Gehilfe des Kochs.

Kogge Ein vom 13. bis 15. Jahrhundert als Handels- und Kriegsschiff verwendetes, bauchiges Segelschiff mit hohen Aufbauten auf Bug und Heck.

Koje Schlafkammer oder kleiner Lagerraum auf einem Schiff.

Kolonien in Amerika und der Karibik waren vielfach nicht in der Lage sich zu schützen und somit leichte Beute für Piraten.

Kombüse Schiffsküche. Der Küchenchef der Kombüse wird als Smutje bezeichnet. Ihm können zur Unterstützung Besatzungsmitglieder zugeteilt sein. Für den Smutje an Bord eines Piratenschiffes gab es meist nicht viel zu tun, weil die Piraten nie viel Vorrat an Bord hatten. Damals waren alle Lebensmittel sehr schnell verderblich. Vor allem fehlte Gemüse und Obst, was zu Vitaminmangel führte. Hin und wieder gab es Geflügel an Bord des Piratenschiffes, das der Smutje dann in seiner Kombüse, meist einem kleinen Holzschuppen, für die Besatzung zubereitete. Auf den Passagierschiffen von heute wird der Küchenchef nicht mehr als Smutje, sondern als Koch bezeichnet.

Kompass Ein unverzichtbares Navigationsgerät auf hoher See. Er wird benutzt, um die Himmelsrichtungen zu bestimmen. Der Magnet im Inneren des Kompasses ist auf das Erdmagnetfeld abgestimmt. Er zeigt an, in welcher Richtung Norden liegt.

Korb Metallgestänge ähnlich einem niedrigen Zaun, der verhindern soll, dass Matrosen ins Wasser fallen. Wird unterteilt in Bugkorb und Heckkorb.

Korsar Im Mittelmeer die gängige Bezeichnung für Seeräuber.

Krähennest Ein Ausguck am vordersten Mast. Er bestand aus einer Plattform, von der aus man sehr weit sehen konnte. Das war wichtig, um andere Schiffe oder auch Land frühzeitig melden zu können.

Küstenklatsch schneller Nachrichtenaustausch unter Seeleute durch Weitererzählen.

 

L:

Landratte verächtliche Bezeichnung für jemanden, der an Land lebt oder Angst vor der Schifffahrt hat; auch ein unerfahrener Seemann oder ein Seemann auf seiner ersten Seereise.

Lee Wind abgeneigte Seite. Gegenteil von Luv.

lenzen Abpumpen von Wasser auf einem Schiff, z.B. bei Lecks.

Lenzpumpe Eine Pumpe, die das Bilgewasser aus einem Schiff herauspumpt.

Liegeplatz Ort, an dem das Schiff vor Anker liegt. Es schwimmt zwar noch, aber es fährt nicht. Daher liegt es.

löschen Das Schiff entladen. Siehe auch Stauerei.

Logleine war ein Gerät, um die Geschwindigkeit eines Schiffes zu messen. An einer Schnur waren in regelmäßigen Abständen Knoten gebunden und am Ende ein Holzscheit befestigt. Ein Matrose warf die Logleine ins Wasser und der Holzscheit blieb an einer bestimmten Stelle am Schiff hängen. Während sich nun das Seil abrollte, zählte der Pirat mit, wie viele Knoten in einer bestimmten Zeit durch seine Hände glitten.

Luv Wind zugewandte Seite. Gegenteil von Lee.

 

M:

Maat Der auch Bootsmann genannte Offizier hattefür die Ordung an Deck zu sorgen. Er durfte den Sklaven und den Ruderern Befehle erteilen.

Mannschaft Die Mitglieder einer Mannschaft gehörten oft verschieden Nationalitäten an. Sie waren in ihrem Leben vor der Piraterie vielfach ehrliche Matrosen oder Arbeitsuchende gewesen, öfters waren aber auch Meuterer, Mörder, Diebe oder entlaufene Sklaven darunter. Außer den Matrosen gehörten zu der Besatzung eines Piratenschiffes der Kapitän, ein Quartiermeister, der Hauptkanonier, der Bootsmann und andere Offiziere, sowie ein Zimmermann und ein Koch. Der Kapitän hatte das oberste Kommando. Der Quartiermeister sorgte dafür, dass unter Deck Ordnung gehalten wurde. Er war der zweite Mann an Bord. Der Hauptkanonier hatte den Oberbefehl über die Kanonen. Dass über Deck Ordnung herrschte, war die Aufgabe des Bootsmanns. Der Zimmermann war für jede Art von Schreinerarbeiten zuständig. Selten war ein Arzt mit an Bord. Wenn es einen gab, konnte der angesichts der schweren Kampfverletzungen oft nicht mehr helfen.

Marienhafe Eine kleine Stadt an der Nordsee. Sie verlor durch eine Sturmflut ihren direkten Zugang zum Meer. Früher war sie eine der wichtigsten Städte der Friesen. Um das Jahr 1400 kämpften viele kleine Friesenstämme untereinander. Sie heuerten zu ihrer Unterstützung oft Piraten an. Marienhafe wurde so zu einer richtige Piratenstadt, worauf die Stadt bis heute stolz ist. Deshalb gibt es in Marienhafe ein richtiges Piratenmuseum.

Mary Read wurde im Piratenmilieu zu einer Berühmtheit. Aus unbekannten Gründen wurde sie als Junge aufgezogen. 1719 stieß sie zu John Rackhams Mannschaft hinzu. Ihre Identität entdeckte nur Anne Bonny, die sich in Mary verliebte und sie als Frau entlarvte. Als das Schiff 1720 geentert wurde, gehörten Anne Bonny und Mary Read zu den letzten Kämpfenden. Die meisten anderen Piraten waren entweder tot oder sie hatten sich unter Deck versteckt. Mary wurde genauso wie Anne Bonny nicht zum Tode verurteilt, da sie ein Kind erwartete. Allerdings erkrankte sie im Gefängnis und starb dort.

Marketender Ein Lieferant.

Mast Ein langer, vertikal aufgerichteter Holm, manchmal unterteilt, der sich vom Kiel oder Deck eines Segelschiffes erhebt. Der Mast stützt die Segel und das stehende und laufende Gut.

Mast- und Schotbruch Heißt soviel wie „Hals und Beinbruch“ und bedeutet soviel wie „Viel Glück“.

Matrosen sind Mitglieder der Schiffsbesatzung des untersten Ranges. An Bord eines Piratenschiffes trugen sie keinerlei Verantwortung sondern waren für die Erledigung anfallender, oft auch unangenehmer Arbeiten zuständig. Auch heute noch gibt es Matrosen an Bord von Schiffen.

Meuterei Die Crew lehnt sich gegen den Kapitän auf. Oft übernahm dann ein angesehener Pirat des Schiffes die Position des Kapitäns.

Mit allen Wassern gewaschen sein Es geht bei dieser Redensart um wettergegerbte Seebären, die mit den Salzwassern aller Weltmeere gewaschen sind und deshalb durch keine Stürme mehr zu erschüttern sind. Sie haben viele Kniffe kennengelernt, um ihr schlingerndes Schiff zu retten.

Mittschiffs Mittlerer Teil eines Schiffes zwischen Bug und Heck.

Mole Künstlicher Wall an Land zum Schutz gegen Wellen.

Mütze voll Wind Umgangssprachlich für schwache Briese.

Muskete Eine Pistole mit einem längerem Lauf. Sie ist eine Nahkampfwaffe, die sich dazu eignet, aus unmittelbarer Entfernung auf den Gegner zu schießen.

 

N:

Nahrung war an Bord eines Piratenschiffes rahr. Da Lebensmittel nicht lange haltbar waren, tranken die Piraten Bier aus Flaschen und aßen Schiffszwieback, das einzig haltbare Essen. An Obst und Gemüse fehlte es gänzlich. Auf langen Reisen lieferten Hühner genügend Eier und Fleisch.

Nassau hat eine bewegte und abenteuerliche Geschichte vorzuweisen. Die Stadt wurde ursprünglich 1648 von britischen Siedlern gegründet. Zu dieser Zeit trug sie allerdings noch den Namen Charlestown, nach König Charles I. von England, der die Bahamas schon 1626 für die britische Krone beansprucht hatte. Schon früh nutzten allerdings Schmuggler, Piraten und Freibeuter die junge Kolonie als Stützpunkt für ihre Unternehmungen und Kaperfahrten in der Karibik. Das blieb nicht ungesühnt: 1687 wurde Charlestown von einer Französisch-Spanischen Flotte zerstört. Ein Jahr später wurde sie wieder aufgebaut und erhielt 1695 den neuen Namen Nassau - zu Ehren des zu dieser Zeit amtierenden britischen Königs Wilhelm III. Allerdings avancierte Nassau bald wieder zur Piratenhochburg und blieb als solche in der ganzen Karibik bekannt und gefürchtet. Seeräuberlegenden dieser Ära wie Edward Thatch, besser bekannt als Blackbeard, Charles Vane, Benjamin Hornigold, Anne Bonny oder „Calico Jack“ Rackham verkehrten dort. Blackbeard wurde sogar zum Magistrat einer 1706 gegründeten „Piratenrepublik“ mit Hauptstadt Nassau gewählt. 1718 setzte die britische Krone dem Spuk schließlich ein Ende und entsandte eine Flotte von Kriegsschiffen unter dem Kommando des Gouverneurs Woodes Rogers, der Nassau eroberte und britisches Recht und Gesetz wiederherstellte. Damit war das Zeitalter der Piraterie in Nassau vorbei.

Nationale Heimatflagge eines Schiffes.

Nationalität Die Mitglieder einer Mannschaft auf einem Piratenschiff gehörten oft verschieden Nationalitäten an.

Navigator Der dritthöchstgestellte Mann an Bord. Er ist für die Steuerung des Schiffes zuständig und deshalb ebenso wie der Kapitän und der Quartiermeister für ein Piratenschiff unentbehrlich.

Niedergang Bezeichnung für die Treppe innerhalb des Schiffes.

Neunschwänzige Die am häufigste angewendete Bestrafung für Verstöße gegen die Artikel der Piraterie war das auspeitschen. Dazu verwendete man die Neunschwänzige Katze. Sie bestand aus  neun mit Knoten versehenen Strängen, die an einem mit Leder vermanteltem Stock befestigt waren. Besonders grausame Piraten soll die Stränge auch mit Angelhaken versehenhaben. Der zu bestrafende wurde so festgebunden, dass er auf den nackten Rücken geschlagen werden konnte. Vorgenommen wurde die Bestrafung vom Quartiermeister in Anwesenheit der gesamten Manschaft. Es kam aber auch vor, dass jedes Mitglied der Besatzung einen Schlag oder zwei Schläge ausführte. Das war eine furchtbare Grausamkeit, zumal es Piratenschiffe gab, die 180 Mann und mehr an Bord hatten. Mitunter wurde die Wirkung des Auspeitschens verstärkt, indem man Salz oder Meerwasser in die Wunden rieb.

 

O:

Odde Landzunge die ins Meer ragt. Häufig für Leuchttürme genutzt.

Ozean (als Übertragung wird im Deutschen auch die Bezeichnung Weltmeer verwandt) bezeichnet die größten Meere der Erde. Er wird unterteilt in atlantischen, pazifischen und indischen Ozean.

 

P:

Papagei Der traditionelle tierische Begleiter des Piratenkapitäns. Da der Papagei ein farbenfrohes Tier ist, passte er ganz besonders zu den Piraten, die in der Karibik angesiedelt waren.

Peilung Richtung eines Zieles/Objektes in Grad

Pieces of eight sind sogenannte Achterstücke, eine damalige Währungseinheit. Wenn Piraten an Land gingen, gaben sie häufig Tausende davon aus, um sich mit Glücksspielen und Alkohol vom meist langweiligen Leben an Bord abzulenken.

Pike Eine spitze Stange, die die Piraten dazu benutzten um beim Entern eines anderen Schiffs die Gegner wegzustoßen.

Pfeifen und Lunten aus! Befehl zum Beenden der Freizeit an Bord.

Pinne Die Betätigung eines Ruderblattes auf Segelbooten.

Piratenfriedhof Auf der Insel Sainte Marie existiert ein Piratenfriedhof. Er ist etwas besonderes, da jedes Grab individuell gestaltet ist. Auf einer Grabplatte sieht man das typische Sinnbild der Piraten: ein Totenkopf mit zwei überkreuzten Knochen, und ein Pirat ließ sich im Stehen beerdigen. Besonders interessant ist die Vermutung von Wissenschaftlern, dass manche Grabplatten durch verschlüsselte Zeichen Hinweise auf das Versteck von Schätzen geben könnten.

Piratenstaat Nicht nur auf hoher See waren die Piraten gefürchtet. Auch an Land hatten Bürger und Seeleute Angst vor ihnen. Hier stellten die Piraten ihre Mannschaften zusammen, verkauften ihre Ware und erholten sich von ihren monatelangen Fahrten. Es bildeten sich mancherorts richtige kleine Piratenstaaten, in denen die Seeräuber nach ihren eigenen Gesetzen lebten.

Piraterie Eine Kommission für Seerecht legte 1982 gesetzlich fest, was Piraterie ist: Wenn die Besatzung eines Schiffes ein anderes Schiff auf offener See plündert oder deren Mannschaft gefangen nimmt, um sich selbst zu bereichern, dann ist das Piraterie.

Plattfuß Die Wachaufteilung zwischen 16 und 20 Uhr. Erster Plattfuß geht von 16 bis 18 Uhr und der Zweite von 18 bis 20 Uhr. Diese beiden Kurzwachen wurden beim vierstündigen Wachrhythmus eingeschaltet, um zu vermeiden, dass dieselben Seeleute stets die gleichen Wachzeiten hatten.

Polartaufe Ritual unter Seeleute, wenn sie zum ersten mal den Polarkreis überqueren. Äquivalent zur Äquatortaufe.

Polleraffe Abfällig für Seemann der Deckbesatzung.

Poop Hinterschiffsaufbau.

Port Royal Ab 1655 wurde Port Royal auf Jamaica zum zweiten karibischen Stützpunkt der Piraten.

pressen Gewaltsames Rekrutieren von Seeleuten. Meist werden diese in Schenken betrunken gemacht, und sobald sie erwachen, sind sie bereits auf hoher See. Siehe auch shanghaien.

Prise (aus dem Französichen 'nehmen') war in der Piratensprache die Bezeichnung für Waren oder Besitztümer, die mit Gewalt erworben und an die Mannschaft verteilt wurden. Jeder Pirat hatte nach erfolgreicher Kaperung ein Recht auf seinen Teil an der Beute.

pullen rudern

Pulver/Schießpulver Das Treibmittel für Munition. Seeräuber benutzten nicht selten Pulver aus Ätzkalk, das durch den Wind in die Gesichter der Gegner wehte und sie blendete.

Pulverhorn In Pulverhörnern wurde das Schießpulver für die verschiedenen Flinten, Musketen und Pistolen der Piraten aufbewahrt.

Puppdeck Das Poopdeck bzw. Puppdeck ist das oberste achtere Schiffsdeck (Achterdeck) auf einem Schiff.

purren wecken

Pütz (auch Ösfass gennant) Eimer auf einem Schiff, meist mit einem Seil am Henkel.

 

Q:

Quartierdeck Ein erhöhtes Schiffsdeck im hinteren Bereich des Schiffes.

Quartiermeister Er hatte die zweithöchste Stellung auf einem Piratenschiff.

querab Seitlich des Schiffes.

 

R:

Rah Bestandteil der Takelage, mit der man die Segel bewegen kann. Die Rah ist ein segeltragendes Rundholz, das mittig und waagerecht an einem Mast angebracht ist. Diese Form kann man sich in etwa wie ein Kreuz vorstellen. An der Rah wird dann das Segel befestigt.

Ratten An Bord der Schiffe gab es oft Ratten, die den Piraten ihre Vorräte weg fraßen und sie mit einer gefürchteten Krankheit, der Pest, infizierten.

Recht so! Ausruf, dass der aktuelle Kurs noch stimmt.

Reise, Reise! Seemännischer Weckruf mit vielen Variationen.

reiten, vor Anker reiten Einen Sturm vor Anker abwarten.

Reling Geländer auf dem Schiff.

Riemen Riemen war im 16. bis 17. Jahrhundert das gebräuchliche Wort für Ruder. Der Ausdruck „Legt euch in die Riemen!“ ist noch heute geräuchlich und bedeutet „Rudert schneller!“.

Romane Die besten Piraten-Romane: Der Fliegende Holländer, Die Pirateninsel, Der rote Freibeuter, Der Pirat, Die Schatzinsel, Der schwarze Korsar, Die Abenteuer des Robinson Crusoe, Claus Störtebecker u.s.w;

von Frederick Kapitän Marryat (Autor), Jules Verne (Autor), Robert Louis Stevenson (Autor) und 7 andere Autoren (Kindle Edition)

Romanhelden Piraten waren seit ihrem Erscheinen ein beliebtes Thema bei Schriftstellern. Daher gibt es viele Romane über Piraten, in denen diese als Helden dargestellt werden.

Roter Teufel ist der Name des Schiffes von Klaus Störtebeker, welches er im Kampf gegen die Hanse führte.

Ruder Drehbare Metallplatte, welche unter dem Heck angebracht ist, und die Richtung der Fahrt bestimmt. Der Begriff wird auch für das Ruderrad verwendet, mit dem man das Ruder von Deck aus bewegen kann.

Rum war ein besonders beliebtes Getränk der karibischen Piraten. Er eignete sich nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Schmuggeln. Sogar als Betäubungsmittel bei Operationen wurde er eingesetzt.

Rumfustian war, wie auch 'Bombo', ein beliebtes alkoholisches Getränk der Piraten.

Rumpf Schiffsteil ohne Aufbauten.

 

S:

Salzbuckel Seemänner, welche viel Zeit auf dem Schiff verbracht haben

Sawyer Auf dem Wasser treibender Baumstamm, Gefahr für die Schifffahrt

Seebär Ein erfahrener Seemann.

Seelenverkäufer Begriff für ein fahruntüchtiges Schiff, welches dennoch in See stechen soll.

Sextant Gerät zur Bestimmung der Position.

Schaluppen waren kleine, wendige und schnelle Schiffe. Diese einmastige Küstensegler wurden von Piraten zur Kaperung bevorzugt. Sie waren großen Handelsschiffen weit überlegen, denn sie konnten diese rasch einholen und ihnen ebenso schnell wieder entwischen.

Schatzinseln Piraten haben angeblich oft ihre erbeuteten Schätze auf einsamen Inseln versteckt, um später wieder darauf zugreifen zu können. Schatzkarten sollten einen vergrabenen Schatz wieder auffindbar machen. Eine Vorlage für viele Märchen und Legenden!

Schiffsfriedhof Ein Ort, an dem viele Schiffe auf dem Meeresgrund liegen.

Schlingern Seitliches Schaukeln.

Schot Leine zum Einstellen des Windes.

Schott Trennwand zwischen zwei Schiffsräumen.

Schrubber Arbeitsgerät, bestehend aus einer breiten Bürste an einem langen Stiel. Aber auch die Bezeichnung für einen einfachen Seemann, oft als Rüpel gedacht.

schwanken Ein Schiff zwecks Reinigung, Abdichtung oder Reparaturen auf eine Seite lehnen.

Schwarze Flagge Der Jolly Roger ist die schwarze Flagge (meist mit einem Totenkopf) von Piratenschiffen. Sie wurde erstmals 1700 am Mast des Piraten Emmanuel Wynne gesichtet.

schwojen Hin und herdrehen eines Schiffes, wenn es vor Anker liegt.

shanghaien Gewaltsames Rekrutieren von Seeleuten. Meist werden diese in Schenken betrunken gemacht, und sobald sie erwachen sind sie bereits auf hoher See. Siehe auch "pressen".

Sechspfünder / Zwölfpfünder sind Kanonen von bestimmter Bauart.

Seekarten halfen den Piraten zu erkennen, wo sie sich im Ozean befanden. Da die Seekarten jedoch oft recht ungenau oder manchmal sogar falsch waren, landeten die Piraten hin und wieder am falschen Ort. Dadurch wurde aber auch durch Zufall die eine oder andere unberührte Insel entdeckt.

Seemannsknoten Die Segel auf dem Piratenschiff wurden mit der Takelage ausgerichtet. Dafür benötigte man sehr viele Taue, bei deren Handhabung der jeweils richtige Knoten eingesetzt werden musste. Denn wenn sich eines der Taue löste, herrschte Chaos auf dem Schiff.

Shanty, Shantey, Chantey Seemannslieder mit einem Refrain, der meist im Chor von der gesamten Crew im Rhythmus ihrer Arbeit gesungen wird. Diese Arbeitslieder helfen, die harte Arbeit auf dem Meer erträglicher zu machen. und sie spenden Kraft und Mut für weitere Fahrten. Die Lieder werden meist vom Vorsänger vorgetragen, und die restliche Crew singt nur bestimmte Passagen mit.

Sklaven sind Menschen, die um ihre persönliche Freiheit beraubt wurden. Sie werden als Sache behandelt und verkauft. Sie sind Eigentum anderer Menschen. Und sie werden gezwungen, harte Arbeit für andere zu erledigen. Auch manche Piraten haben sich Sklaven gehalten.

Slup Ein mit dutzenden Kanonen bestücktes Schiff. Im goldenen Zeitalter der Piraten (17. Jahrhundert) in der Karibik war sie das Piratenschiff schlechthin. Sie war mit einem Mast-, einem Gaffel- und einem Vorsegel ausgestattet. Das Schiff hatte folgende Maße: zwischen 11 und 20 Meter lang, 6,5 Meter breit, einen 15 Meter langen Kiel und einen Tiefgang von 2,70 Meter. Die Slup konnte 115 Tonnen Beute aufnehmen.

Smutje (auch Smut, Schmutt, Schmuud) bezeichnet einen (tw. auch unausgebildeten) Koch auf einem Schiff.
Sprich-wie-ein-Pirat-Tag Sieben Jahre lang riefen sich zwei Freunde (Baur und Summer) aus der Kleinstadt Albany im US-Bundesstaat Oregon immer am 19. September spaßhalber an ihrem Arbeitsplatz an und raunten ein markiges „Arrrrr!“ in den Hörer. Nachdem ein Artikel über sie in der Tageszeitung „Miami Herald“ erschienen war, meldeten sich plötzlich Reporter aus Europa bei ihnen und wollten wissen, warum sie wie Piraten sprachen. Die Antwort der beiden, sie wollten nur "etwas Bescheuertes tun", reichte aus, um Nachahmer zu finden. Eine flugs gebastelte Internetseite verzeichnete schon im Jahr darauf 19 Millionen Zugriffe. Zehn Jahre und einige hundert Interviews später greifen immer noch jährlich mehrere Millionen Menschen auf diese Internetseite zu. Auch in Deutschland finden nun jedes Jahr am 19.September Piraten-Partys statt.

Stade Alle Absteifungen in Längsrichtung des Schiffes.

Stauerei Das Schiff entladen (siehe auch löschen).

Sterne waren neben dem Kompass und der Seekarte lange Zeit ein wichtiges Hilfsmittel zur Orientierung auf hoher See.

Steuerbord Die rechte Seite eines Schiffes, in Richtung des Bugs geblickt.

Steuermann Erster Offizier und ständiger Vertreter des Kapitäns. Ist für die Navigation verantwortlich.

Strafe für Piraten Schon zur Zeit der Piraten war die Kaperung und Plünderung von Handelsschiffen verboten. Piraten wurden verfolgt, und der Kampf gegen sie wurde mit der Zeit immer weiter verstärkt. Ein Piratenkapitän wurde hart bestraft, wenn er gefasst wurde, nicht selten zum Tode verurteilt. Und mit ihm wurde die gesamte Mannschaft abgeurteilt.

Strandrechte regeln die Rechtsverhältnisse am Strandgut, auch bei Schiffbruch. Zum Strandgut zählen sowohl einzelne Güter, die an den Strand getrieben werden, als auch gestrandete Schiffe, beziehungsweise deren Überreste (Wracks), sowie das persönliche Eigentum der Besatzung.

 

T:

Takelage Die Anordnung der Masten, Holme und Segel auf einem Segelschiff wird mit einem System aus Tauen ausgerichtet.

Tanz am Hanfstrick So nannten die Piraten den Tod durch Erhängen. Die Hinrichtung war ein öffentliches Ereignis, in London fand sie zum Beispiel immer am „Exekutions-Dock” in Wapping statt. Die verurteilten Piraten wurden in einer Prozession, angeführt von einem Offizier, von ihrem Gefängnis zum Hinrichtungsplatz geführt. Nach einer religiösen Zeremonie durfte sich der verurteilte Pirat noch einmal an die Öffentlichkeit richten, dann wurde er gehängt. Nach der Hinrichtung blieb der Leichnam für drei Gezeiten oder auch länger (als Abschreckung für andere) hängen. 

Tanz um den Mast Wenn Piraten viel Zeit hatten und ein bisschen Spass wollten, ließen sie ihr Opfer um den Mast tanzen. Ähnlich wie bei einem Spießrutenlauf wurde das Opfer dazu mit Entermessern, Degen, scharfen Werkzeugen und Ähnlichem gezwungen, den Mast zu umkreisen. Von den Piraten ständig gestochen, geschnitten und geschlagen, musste der Unglückliche Runde um Runde drehen. Der Schiffsmusikant begleitete den "Tanz" mit seiner Geige.

Taue waren an Bord eines Piratenschiffs niemals Mangelware, denn sie wurden sehr häufig gebraucht, vor allem um die Segel zu handhaben. Aber auch im Alltagsgebrauch fanden sie Verwendung, z.B. beim Verstauen der Ladung, zum Abwischen der Hände oder in Fett getaucht zur Herstellung von Kerzen. Einzelne Fasern der Taue, Werg genannt, wurden mit Teer getränkt und dann zum Verschließen in die Ritzen des Schiffes gesteckt.

Tauende Ein Stück eines Seils. Auch verwendbar, um andere zu verprügeln.

Tide Seemännische Bezeichnung für die Gezeiten wie Ebbe und Flut.

Tiefgang Maß von der Wasserlinie bis zum tiefsten Punkt des Schiffes.

Tonne Schwimmendes Seezeichen, nicht zu verwechseln mit Bojen.

Topp Höchster Punkt des Schiffes, meist die Spitze des Schiffsmastes.

Tortuga Die "Ile de la Tortue" ('Schildkröteninsel') ist eine Insel vor der Nordküste von Hispaniola. Sie gehört zu Haiti und ist auch bekannt unter ihrem spanischen Namen Tortuga. Im 17. Jahrhundert diente die Insel als Piratenstützpunkt, insbesondere für die sogenannten Bukaniere.

Totenkopfflagge Eine schwarze Flagge mit einem weißen Schädel und gekreuzten Knochen; weist auf ein Piratenschiff hin.

Trieren waren Kampfschiffe, deren Besatzung aus 170 Ruderern, 20 Matrosen und 12 Seesoldaten bestand. Das Schiff war beliebt, da es schwierig zu entern war. Die Kampftaktik der Trieren bestand darin, den vorbeifahrenden Schiffen die Ruder zu zerstören, so dass sie bewegungsunfähig wurden.

Trinkwasser Die Versorgung mit Trinkwasser war auf allen Segelschiffen ein großes Problem. Meerwasser konnte den Durst der Piraten nicht stillen, und der hohe Salzgehalt wurde auf Dauer ungesund für ihren Körper.

Trunksucht Viele Männer an Bord eines Piratenschiffes waren durchgängig betrunken. Einige sogar so sehr, dass sie nicht mehr arbeiten konnten. Wurde ein Pirat vor Gericht gestellt, versuchte er häufig seine Taten durch den Alkoholkonsum zu rechtfertigen.

 

U:

Über die Planken gehen Hinrichtungsform auf einem Piratenschiff. Dabei wird eine Planke über die Reling gelegt und der Verurteilte wird gezwungen mit gefesselten Oberkörper und Armen soweit zu gehen, bis er hinabfällt und ertrinkt. Kam aber nur selten zum Einsatz. (Dokumentiert ist nur ein Fall.)

Ungeziefer war allgegenwärtig an Bord eines Piratenschiffes. In den unteren Decks war es feucht und es stank, wodurch sich schnell Ratten, Würmer und Maden ansiedelten. Das Ungeziefer nagte Löcher in die Schiffswand. Durch das Eintreten des Wassers kamen weitere Probleme an Bord, wie Schimmelpilze und Fäule. Der Skorbut (Vitaminmangel) wurde also bald ergänzt von der Pest.

Unter falsche Flagge segeln Die Redewendung kommt daher: Die Schiffe von Piraten oder Kapitänen auf Kaperfahrt mit Brief und Siegel eines Herrschers zogen häufig die falsche Flagge am Mast auf, um sich wertvollen Beuteschiffen so dicht wie möglich zu nähern. Erst im letzten Moment hissten sie den Jolly Roger, die Piratenflagge mit Totenschädel und gekreuzten Knochen oder Säbeln, oder die offizielle Kriegsflagge.

Untiefe Entweder sehr flache oder sehr sehr tiefe Wasserpassagen .

Unwetter auf See Dagegen waren die meisten Piratenschiffe zwar gut gerüstet, so dass sie nur sehr schwer umzuwerfen waren. Viele Piraten kamen dennoch bei unbändigem Unwetter ums Leben, da sie leicht über Bord gespült werden konnten und dann ertranken.

 

V:

Vermögen Piraten konnten auf ihren zahlreichen Raubzüge und Überfällen große Vermögenswerte anhäufen. Allerdings besaßen sie ihr Geld nicht besonders lange, da sie nicht selten beim Landaufenthalt ihr gesamtes Vermögen für Alkohol und Glücksspiele ausgaben.

Versorgung Piraten befanden sich oft wochen-, manchmal sogar monatelang auf dem Schiff, ohne dabei an Land zu gehen. Dadurch war die Versorgung mit Essensvorräten und Trinkwasser sehr schwer. Meist wurde der Vorrat vor einer langen Schiffsfahrt erneuert und dann später angereichert mit den Beständen geenterter Schiffe. Handelsschiffe, die  Nahrung transportierten, kamen besonders gelegen. Die Versorgung mit Trinkwasser war weitaus schwerer, da es schneller verbraucht war. Das Meerwasser konnte den Durst der Piraten nicht stillen, und der hohe Salzgehalt wurde auf Dauer ungesund für ihren Körper.

Verstecke von Piraten lagen meist auf einsamen Inseln oder in unerforschten Buchten. Dort suchten sie sich eine Höhle, in der sie eine Zeit lang leben konnten. Den Standpunkt der Insel kannten oft nur die Piraten selbst.

Verteidigung Schlecht bewaffnete Handelsschiffe ergaben sich oftmals lieber, als mit den Piraten zu kämpfen. Wenn ein Schiff über Waffen und Kanonen verfügte, konnte es jedoch passieren, dass es das Piratenschiff angriff. Dann verteidigten sich die Piraten mit allen Mitteln. Eigentlich war es ihr Hauptziel, das gegnerische Schiff unbeschädigt zu entern, da es zerstört für sie nicht mehr von Wert war. Wenn die Gegner jedoch angriffen, dann verteidigten sich die Piraten mit Kanonschüssen. Dabei schossen sie verstärkt auf das Bug, um das Schiff schnell zu versenken. Auch für den Nahkampf waren die furchtlosen Piraten gut ausgestattet. Sie kämpften mit verschieden Feuerwaffen, wie zum Beispiel Pistolen. Die beliebteste Waffe war jedoch das Entermesser. Die elegantere Waffe, das Schwert, besaß der Kapitän. Bei hohem Risiko entschied dieser, ob angegriffen werden sollte oder nicht.

Visby war die Hauptstadt von Gotland. 1394 wurde sie von den Vitalienbrüdern besetzt und als Hauptsitz benutzt. Von dort aus führten die Piraten ihre Feldzüge fort, bis sie 1398 von Soldaten vertrieben wurden. Vollständig besiegt wurden die Vitalienbrüder jedoch erst nach 1435.

Vitalienbrüder wurden die Piraten genannt, die 1389 Lebensmittel nach Stockholm brachten, um ihren schwedischen Verbündeten zu helfen. Die Dänen wollten das Land der Schweden einnehmen, indem sie der Bevölkerung keine Lebensmittel mehr gaben. Die Schweden sandten einen Hilferuf an die Piraten. Denen gelang es, die dänische Belagerung zu brechen.

Vitaminmangel An Bord eines Piratenschiffs gab es keine Früchte, so dass die Piraten sehr häufig an Vitaminmangel (Skorbut) litten. Erst 1753 entdeckte James Lind, dass man durch Zitrusfrüchte diese Krankheit vermeiden konnte. James Cook (der Entdecker von Neuseeland und Australien) verordnete seiner Mannschaft deshalb täglich Zitronen.

Vogelnavigation Orientierung an den Vögeln. Vögel fliegen immer in Richtung des Landes.

Vorsteven Vorderer Teil eines Schiffes.

 

W:

Waffen Viele Piratenschiffe besaßen schwere Kanonen, mit denen sie bis zu 1000 Meter weit schießen konnten. Viele Seeräuber benutzten die Kanonen aber kaum. Sie wollten ihre Beute nicht zu sehr beschädigen. Meist versuchten sie, so nah wie möglich an das gegnerische Schiff heran zu kommen. Dann warfen sie die Enterhaken. Damit zogen sie das gegenerische Schiff nah heran und banden es fest. Dann sprangen sie an Bord und kämpften mit Ihren Degen, Messern und Pistolen.

Weißer Hund ist eine hohe Welle, die über das Deck hinweggeht.

Weiße Wand Riesenwelle mit Schaumkrone.

Weißes Gold Entführte Europäer, die von ihren Verwandten nicht freigekauft werden konnten, galten auf den Sklavenmärkten Nordafrikas als "Weißes Gold". Man schätzt, dass zwischen 1500 und 1800 über eine Million weißer Kinder, Frauen und Männer in den muslimischen Stadtstaaten versklavt wurden. Dieser Menschenhandel war in den Augen der Muslime nichts Anrüchiges, sondern wurde als eine legitime Form des Heiligen Krieges gegen "Ungläubige" gerechtfertigt als lukrative Geschäftspraxis betrieben.

Werg besteht Fasern von geteerten Tauen. Die Piraten steckten sie zwischen die Holzplanken der Schiffswand, damit kein Wasser durch die Ritzen ins Schiff floss. Das Wergzupfen war eine sehr unbeliebte und mühsame Arbeit.

Whydah 1984 entdeckte man vor der Küste von Cape Cod das Wrack des Piratenschiffes 'Whydah'. Es wurden Münzen, Waffen, eine Schiffsglocke, Kanonenkugeln, Metallknöpfe und Kleidungsreste gefunden. Gebaut wurde die Whydah 1716 in England. Sie war eine dreimastige Handelsgaleere für Sklaventransporte. Sie hatte Segel über den Ruderbänken, damit sie auch bei starkem Gegenwind fahren konnte. Der Rumpf ist über 23 Meter lang. 250 Sklaven konnten während der Fahrt transportiert werden. Benannt wurde sie nach dem gleichnamigen Sklavenhafen in Westafrika, im heutigen Benin.

Wikinger Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert trieben die skandinavischen Wikinger eine seeräuberische Rolle. Mit schnellen Schiffen überfielen sie Küstenstädte oder Klöster und raubten sie aus. Die Wikinger sind bekannt als raue, skrupellose Kämpfer, welche vor nichts zurückschreckten. Ihr Symbol ist der Hornhelm.

Windjammer ist eine Segelschiffsgattung, die von 1870 bis 1925 gebaut wurden. Der Name Windjammer kommt aus dem Englischen „to jam the wind“ und bedeutet hart am Wind segeln. Umgangssprachlich bezeichnet das Wort große Segelschiffe.

Wo aus! Frage an den Ausguck, wo etwas gesehen wird.

Wrack Ein durch Verfall oder Beschädigung unbrauchbar gewordenes Schiff. Schiffswracks und auch die in ihnen gefundenen Gegenstände sind historische Quellen. Durch sie kann man heute rekonstruieren, wie das Leben als Pirat war. Einige Schatzsucher sind natürlich auch am Wert der Fundsachen interessiert.

Würfelspiele Alkohol und Spiele waren für die Piraten oft die einzige Freude. Häufig gab es nichts zu tun und die Tage auf dem Schiff waren lang. Würfelspiele und Glücksspiele waren sehr beliebt.

 

X:

Xebec (auch Schebecke oder Chebeke): Ein Segelschiff welches im 18.Jhd vorwiegend von Piraten genutzt wurde.

 

Y:

Yawl Ein zweimastiges Segelboot. Der hintere Mast ist dabei deutlich kleiner als der Vordere.

Yellow Jack war die Flagge, mit der die Piraten anzeigten, dass auf ihrem Schiff eine ansteckende Krankheit herrschte. Mit Hilfe der Flagge warnten sie andere Schiffe.

Yo-ho-ho "Hau Ruck“- Ausruf, ohne großen Sinn; vielleicht auch als taktgebender Arbeitsruf.

 

Z:

Zheng Yi Sao lebte um 1800 herum in Südchina. Sie übernahm nach dem Tode ihres Mannes die Führung seines Piratenbundes. Sie überfielen die Schiffe und verlangten Schutzgeld. Yi Sao schreckte nicht davor zurück europäische Schiffe zu überfallen. Ihr Mann hatte diese gemieden. Nachdem der Piratenbund aufgelöst wurde, leitete Zheng Yi Sao eine Schmugglerbande.

Zeug Umgangssprachliche Bezeichnung für Bekleidung der Seefahrer. Alternativ auch genutzt für die Takelage.

Zimmermann Neben dem Kapitän, dem Quartiermeister und anderen Offizieren, gab es an Bord häufig einen Zimmermann, der für Reparaturen des Schiffes zuständig war. Zimmermänner (und manchmal auch Mediziner) waren meist nicht freiwillig an Bord eines Piratenschiffes.

Zitrusfrüchte waren lebenswichtig für Piraten, die oft an Vitaminmangel (Skorbut) litten.

Zuflucht Höhlen, die versteckt auf kleinen karibischen Inseln lagen, wurden gerne als Zuflucht genutzt. Den Standort der Inseln kannten meist nur die Piraten selbst.

Zulauf zum Piratentum Ein Grund für den anfänglichen Zulauf war die erbarmungslose Unterdrückung auf den offiziellen Handels- und Kriegsflotten der einzelnen Länder. Auf den Piratenschiffen herrschte dagegen oft eine gewisse Form der Demokratie. So wurden oft wichtige Entscheidungen durch Abstimmungen der Besatzung getroffen..