Biotope pflegen

Indem wir unser Gelände ökologisch verträglich nutzen und Biotope pflegen verwandeln wir ein landwirtschaftlich schlecht bewirtschaftetes Gelände in einen naturnahen und standortgerechten Landschaftsgarten.

Naturfreunde bringen ihre Talente ein

Die vielen kleinen reich strukturierten Lebensräume müssen aber auch weiterhin gepflegt und sollten weiterentwickelt werden. Hier können Naturfreunde ihre Talente einbringen und jederzeit nach Lust und Laune aktiven Naturschutz betreiben. Und sie sollen Freude daran haben, sich in der freien Natur eigenverantwortlich als "Ranger" zu betätigen. Deshalb achten wir darauf, dass die "Arbeit" in geselligem Rahmen stattfindet und genug Zeit bleibt, den Aufenthalt in der freien Natur zu genießen. Vielleicht klingt ein Tag mit einem gemütlichen Essen am Lagerfeuer aus?

Einzelmaßnahmen für bestimmte Grundstücksteile

  • Die westliche Wiese im Eingangsbereich ist ökologisch betrachtet kein besonders sensibler Bereich und kann daher beweidet oder mehrmals im Jahr gemäht werden. Wir haben diesen Teil des Grundstücks als Wirtschaftswiese ausgewiesen. Gegenwärtig haben hier die Ertrags- und Zuchtvölker unserer Imkerei ihren Standort. Andere bzw. zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten sind denkbar. Zum Beispiel könnte hier ein Lagerplatz für die Brennholzbevorratung eingerichtet werden.
  • Die Hochwiese mitsamt dem ihr angegliederten Streuobstteil wird zunächst nicht beweidet und wegen des Orchideenbestandes erstmals Ende Juni bzw. nur einmal im Spätsommer gemäht. Mähgut wird immer abgefahren, alle Wiesen im zeitigen Frühjahr „geputzt“ und dabei alle Maulwurfshügel eingeebnet. Für die Wiesenameisen sollten bei den Pflegearbeiten in den Randzonen der Hecken Ausweichmöglichkeiten erhalten bleiben. Sie sind als Verbreiter seltener Blühpflanzen wie Primeln, echtem Labkraut und Feldthymian wichtig.
  • Die anstrengenden Pflegearbeiten auf den Wiesenparzellen können aus ökologischen Gründen nur per Hand oder mit sehr leichtem Gerät ausgeführt werden. Sollte das nicht mehr zu bewerkstelligen sein, ist die schonende Weidehaltung einer Kleinstherde genügsamer und robuster Ziegen ein gangbarer Weg, das Landschaftspflegeprogramm angemessen fortzuführen. Hier ist weitergehende Planung unabdinglich.
  • In dem Waldgrundstück werden im Herbst der übermäßige Brombeernachwuchs im zwei- bis dreijährigen Turnus mit Wurzeln entfernt, bei Bedarf überalterte oder kranke Baumteile herausgeschnitten und Äste der Bäume gestutzt, die den freien Anflug zu den Nistkästen stören. Besonders an den Rändern der Waldwege wird das Wachstum von Pilzen, Moosen und Farnen durch die dosierte Aufbringung von Grasschnitt verbessert.
  • Schnittmaßnahmen an den Hecken erfolgen nicht durchgängig, sondern in Jahresfolge abschnittweise versetzt. Bestehende Wildwechsel werden freigehalten, die Ruten der Kopfweiden am Bach jährlich „geerntet“ und vorhandene Bestände der Weinbergschnecken geschützt.

Auch Kleinbiotope brauchen Pflege

  • Lesesteinhaufen und Laubholzstapel sollten laufend von jeglichem Bewuchs freigehalten werden, damit ihr Wert als Biotop erhalten bleibt.
  • Die Obstbäume werden gepflegt und jährlich fachgerecht geschnitten.
  • Die Nisthilfen auf allen Grundstücksteilen, ausgenommen die der solitär lebenden Hautflügler, werden einmal im Jahr gereinigt, und zwar Vogelnistkästen bis Ende Oktober, Fledermauskästen bis Ende November und Hornissenkästen spätestens bis zur ersten Märzhälfte des Folgejahres. Außerdem sollte die Belegung der Kästen regelmäßig kontrolliert und aufgezeichnet werden.

Nur wenn regelmäßig alle Biotope gepflegt werden, kann sich unser Naturgarten  zu einem reich strukturierten Lebensraum entwickeln.