Der Piraten-Garten: ein Abenteuer-Spielplatz für Groß & Klein

  • Dies ist mein Garten. Manche sagen, er sei wild und chaotisch. Ansichtssache! Ich sage, er ist abenteuerlich. Eben ein Piraten-Garten. Und ich glaube, er ist ein wenig so wie mein Leben. Ich bin nämlich ein Trümmer-Kind!
  • Besucher werden gleich am Eingang von meinem Papagei begrüßt. Der darf nicht fehlen, denn jeder Pirat hat doch nicht nur ein Holzbein und eine Augenklappe - er hat auch einen Papagei. Der sitzt üblicherweise auf der Schulter des Piraten, bei mir jedoch am Eingang meines Gartens. Er ist kein richtiger Papagei, nur eine Holzfigur (?). Das passt, denn ich bin auch nur ein "Manchmal-habe-ich-dazu-Lust-Pirat".
  • Und mein Papagei plappert viel. Ist es sinnvolles Gerede? Das muss jeder Gast selbst entscheiden. Seine Sprüche sind nachgeplappert. Doch sie können uns nachdenklich stimmen. Oder wir können sie einfach auch überhören. Darin sind wir alle geübt.

Sie gibt es wirklich, die Piraten.

Damit sind allerdings nicht jene Terroristen gemeint, die als neuzeitliche Piraten vor Somalia den Seehandel bedrohen und deren Aktivitäten 2008 von den Vereinten Nationen als kriegerische Handlungen eingestuft wurden und gegen die deshalb im Jahre 20215 sogar deutsche Kriegsschiffe eingesetzt wurden.

 

 

Heimlich kapern sie öde Flächen in deutschen Städten. Vielleicht nennen sie sich auch .... , egal, ihre Aktionen sind illegal, Piraterie ... also. Tausende Hobby-Gärtner begrünen deutsche Städte. Ihre Waffe ist die Samenbombe – eine effektive Mischung aus Erde, Dünger und Samen. Nicht überall sind die Anarchisten wohlgelitten.

Ein alter Garten ist immer beseelt. Der seelenloseste Garten braucht nur zu verwildern, um sich zu beseelen.

Hugo von Hoffmannsthal

Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt. Chinesisches Sprichwort

Wer einen Garten hat, lebt schon im Paradies.

Aba Assa, Essayistin

 

Der Garten ist die beste Schule des Lebens.

Bernhard Steiner, Schweizer Autor

 

Nichts gedeiht ohne Pflege; und die vortrefflichsten Dinge verlieren durch unzweckmäßige Behandlung ihren Wert.

Peter Josef Lenné

 

Ein Menschheitstraum: Die Erde in einen blühenden Garten zu verwandeln. Wer Träume verwirklichen will, muss tiefer träumen und wacher sein als andere.

Karl Foerster

 

“Garten ist nicht genug”, sagte der Schmetterling, "Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man haben".

Christian Andersen

  

Der Mensch schafft Gärten, um zu verwirklichen, dauernd oder vergänglich, was ihm als eine unstillbare Sehnsucht vorschwebt, eine versagte Welt. Ein Garten ist etwas, woraus man nur hat vertrieben werden können, denn wie sonst hätte man ihn je verlassen.

Rudolf Borchardt

 

Die Beschäftigung in der Natur, besonders im Garten, wird als Ausgleich zu den “schnellen” Kommunikationstechniken immer wichtiger; sie führt zur Entdeckung der “Langsamkeit”, zur Ruhe, Besinnung und Erholung; sie schafft Oasen in einer rasanten Welt.

Sonja Gräfin Bernadotte

 

Lege einen Garten an, und glücklich sei ein Lebe lang!

Dieter Natus

Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum.

Dieter Kienast

 

Jeder Mensch braucht etwas Boden unter den Füßen, eine Hand voll Erde, um ein Pflänzchen wachsen zu lassen, und einen Baum, an den er sich lehnen kann.

Sabine Reber

 

Garten heißt nicht nur Frühjahrsblühen und Sommerpracht, sondern heißt vor allem: die tägliche Ankunft des Unvermuteten.

Jürgen Dahl

 

Das Leben beginnt an dem Tag, an dem man einen Garten anlegt.

Chinesisches Sprichwort

 

Ein Garten kann eine Welt für sich werden, dabei ist ganz gleich, ob dieser Garten groß oder klein ist.

 Hugo von Hoffmannthal

 

Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.

Tagore

 

Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat.

Persisches Sprichwort

 

Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, daß er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.

Rabindranath Tagore

  1. Jeder Mensch braucht etwas Boden unter den Füßen, eine Hand voll Erde, um ein Pflänzchen wachsen zu lassen, und einen Baum, an den er sich lehnen kann. Sabine Reber +++ Die historischen Piraten brauchten etwas Wasser unter dem Kiel .... +++ Noch besser, wenn ,man den Baum auch besteigen kann +++ Und das Optimum, wenn es ein Bajumhaus gibt +++
  2. Die Beschäftigung mit Erde und Pflanzen kann der Seele eine ähnliche Entlastung und Ruhe geben wie die Meditation. Hermann Hesse +++ beseelte Welt schätzen lernen +++ Hochachtung vor dem Lebern +++ 
  3. Der kürzeste Weg zur Gesundheit ist der Weg in den Garten.

    Gärtner Pötschke 

  4. Alles was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand.

    Charles Darwin 1809 – 1882 +++ Umweltprobleme heute, Unsere ganze Lebensweise ist in großen Teilen gegen die Natur +++

  5. Der Garten ist ein Ort, an dem Kinder ein Stück Welt kennen lernen. Wenn Sie bei der Gartenplanung ein paar sicherheitstechnische Aspekte berücksichtigen, können Sie einen richtigen Kinderspielplatz zum Toben und Spielen gestalten.
  6. Ein Garten kann eine Welt für sich werden, dabei ist ganz gleich, ob dieser Garten groß oder klein ist. Hugo von Hoffmannthal

  7. Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner. Oskar Kokoschka

Wir alle brauchen Grün. Je wilder, je bunter, je vielfältiger – desto schöner.

Ilse Aigner

Fazit Wunschgarten & Traumgartenhaus: Das sind die wichtigsten Elemente für Kinder

Wir fassen zusammen:

Ein Wunschgarten für Kinder braucht Elemente wie Wasser, Wiese, Rutsche, Schaukel, Baumhaus und Sandkasten. Die Kinder wollen Platz zum Bewegen und Rückzugsorte zum Lesen.

Ein Traumgartenhaus für Kinder ist ganz sicher ein Baumhaus. Das verspricht Spaß, Spiel, Sport und Abenteuer.

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Viele Kinder bewundern Piraten als starke und mutigen Helden. Deshalb werden sie in ihrem Spiel zur Leitfigur.

Garten-Piraten

Bild: www.pixabay.com
Bild: www.pixabay.com

 

 

Dabei orientieren sie sich an einem verbreiteten Klischee, das literarisch und medial geprägt ist. Freibeuter sind hier meist positive Draufgänger, die im freiheitlichen Raum der hohen See ruhmreiche Taten vollbringen und große Reichtümer erwerben.

Problematisches Heldenbild

Doch Mythos und Realität klaffen weit auseinander. Das lässt sich am Beispiel des berühmtesten Piraten aller Zeiten, Henry Morgan, zeigen. Von dem wird berichtet, dass er seine Feinde am Daumen aufhängen und über kleinem Feuer rösten ließ.

Der Heldenrolle ein neues Profil geben

Ohne den Kindern ihre Fantasie zu zerstören, versäumen wir also nicht, an passender Stelle das Heldenbild des Piraten zu problematisieren und ganz nebenbei historische Fakten einzuflechten. So können wir sogar unsere eigenen erzieherischen Ziele zur Geltung bringen. Und wir haben die Möglichkeit, die Leitbilder der Kinder zu korrigieren, das Heldenbild zu modifizieren oder sogar neue Leitbilder zu generieren.

Ein Problem unserer Zeit aufgreifen

Wir versuchten am Phänomen der "Garten-Piraten" ein alternatives "Heldenbild" zu entwerfen.

Solche Garten-Piraten gibt es inzwischen in vielen Städten. In der Nacht schleichen diese "Guerilla-Gärtner", wie sie sich auch oft nennen, mit Schaufel und Pflanzensamen bewaffnet umher und sorgen für ein grüneres Stadtbild. Eigentlich ist das eine schöne Idee, sie umzusetzen ist aber in den meisten Fällen verboten.

Der Reiz des Verbotenen

Bild: pixabay.com
Bild: pixabay.com

Diese Garten-Piraten tun also etwas verbotenes. Es sind echte Rebellen, die sich wie einst die Piraten über Konventionen hinwegsetzen und mutig für eine Sache kämpfen. Sie werfen "Samen-Bomben" und legen illegale Gärten an, um unseren Lebensraum lebensfreundlicher zu machen. Und sie werden verfolgt, als "Hasch-Brüder" geächtet und von den Mächtigen bestraft. 

"Waffen" im Kampf um die Artenvielfalt

Beliebteste "Waffen" der Guerilla-Gärtnerei-Bewegung sind die Samen-Bomben (engl. Seed Bombs). Das sind aus Erde geformte handliche Kugeln, welche Pflanzensamen enthalten. Sie werden außerhalb der Städte auch von Aktivisten eingesetzt, die sich für eine Verbesserung der Lebensräume Blüten bestäubender Insekten wie Bienen und Schmetterlinge einsetzen.

Die Samen-Bomben werden auf einen beliebigen Platz mit Erde geworfen. Die trockene Tonkugel schützt den Samen vor Vögeln und Nagern. Regnet es, saugt sich die Kugel mit Wasser voll und quillt. Die Samen beginnen zu keimen und durchbrechen die Hülle der Kugel. Die Auswahl der Standorte entscheidet darüber, welche der gesäten Pflanzenarten gedeihen.

Samen-Bomben kann man sogar kaufen

Dieses Angebot des Kosmos-Verlages ist Teil des Programmes "Alleskönner Kiste". Geboten werden Bastelpakete, die an einem durchdachten pädagogischen Konzept ausgerichtet sind. Zusammen mit einer Anleitung enthält dieses Paket alles, was man zum "Bombenbau" braucht.

Eltern mit an Bord nehmen

Natürlich kann sich ein echter Garten-Pirat die Zutaten für den "Bombenbau" auch anderweitig beschaffen. Weil in unserem Spiel-Vorschlag  Samen-Bomben gebraucht werden, bieten wir auf der Seite Piraten-Basteln auch eine Bastelanleitung für die Produktion von Samen-Bomben nach eigenem Rezept an. Und wenn es um "blühende Landschaften" geht, nehmen unsere Garten-Piraten sogar ihre Eltern mit auf die Kaperfahrt.

Viele Samen-Bomben liegen dann bereit für den Einsatz in der Landschaft, vielleicht auf einer Wanderung mit den Eltern. Denn die sind heimliche Verbündete der Garten-Piraten.

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DIE WELT BEWEGEN

DIE WELT BEWEGEN

"SAMENBOMBE"

Wie Guerilla-Gärtner illegal Städte begrünen

Veröffentlicht am 16.04.2012 | Lesedauer: 7 Minuten

Von Christin Bohmann

Ein Guerilla-Gärtner in Aktion. In Tübingen beschäftigte das illegale Treiben sogar schon die Kripo

Quelle: dpa/Roland Weihrauch

Heimlich begrünen Tausende Hobby-Gärtner deutsche Städte. Ihre Waffe ist die Samenbombe – eine effektive Mischung aus Erde, Dünger und Samen. Nicht überall sind die Anarchisten wohlgelitten.

 

 

  • Deutschland soll blühen. Bunt und möglichst überall. Grünstreifen oder Verkehrsinseln, Brachflächen oder Blumenkübel, alles wird Beet. Zumindest wenn es nach dem Willen der neuen Bürgergärtner geht. Still, leise, oft auch heimlich begrünen sie, was nach Ödnis und Tristesse aussieht.

 

In München tauchten vor Jahren die ersten Fotos der urbanen Gärtner in den Zeitungen auf: Schlechte Aufnahmen, absichtlich verwackelt, von Leuten mit Zwergenmützen auf dem Kopf und angeklebten Rauschebärten. Mit Säcken voller Saatgut zogen sie in die Nacht hinaus. Sie pflanzten und säten dort, wo in der Großstadt normalerweise kein Gras wächst.

Ihre Geheimwaffe ist die „Samenbombe“, ein Gemisch aus Erde, Dünger und Samen, eine Bombe, die keine zerstörerische Wirkung entfaltet, sondern bunte Blüten treibt. Schöner lässt sich die Anarchie des „Guerilla Gardening“ in den Städten kaum beschreiben, sagt Silvia Gonzalez, die vor Jahren selbst als grüne Aktivistin begann und mittlerweile stellvertretend für die Münchener Gärtner-Guerilla ein Büro beim Verein Green City e. V. bezogen hat, in dem sie halb ehrenamtlich zwischen dem Münchner Stadtgartenamt und der Bewegung zu vermitteln versucht.

Vermittlung nämlich ist nötig: Die Begrünungsaktionen sind oft nicht legal. Immerhin gehören die begrünten Flächen meist der Stadt oder Privatleuten.

Der harte Kern der Truppe, 15 Leute, hat gerade im Bahnhofsviertel damit begonnen, hässliche, graue, teilweise verrußte Wände mit „Moosgraffiti“ in eine lebendige Stadtlandschaft zu verwandeln. Ein paar Wochen lang hatte man die Münchner Guerilleros mit einer selbst hergestellten, grünen Paste hantieren sehen, dann brachten sie diese zum ersten Mal auf ein Stück Mauerwerk auf. „Ob’s was wird, bleibt abzuwarten“, sagt Gonzalez.

Kripo beschäftigte sich mit Sachbeschädigung

 

  • Es ist das alte Lied: Experimentierfreude und Einfallsreichtum der Aktivisten kollidieren mit Vorschriften und Eigentumsrechten.

 

Vereinzelt wurde die Paste in den vergangenen Tagen von städtischen Reinigungstrupps wieder entfernt. Die Bepflanzungen auf öffentlichen Flächen gelten streng genommen als Sachbeschädigung; eine Straftat, für die der Gesetzgeber eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren vorsieht.

In Tübingen beschäftigte das illegale Treiben sogar schon die Kripo. Die trat auf den Plan, als sich in den Blumenkästen auf der pittoresken Neckarbrücke der Universitätsstadt plötzlich Ungewöhnliches, ja Verbotenes regte.

Zwischen Petunien und Begonien, Wandelröschen und Eisenkraut lugten grüne Triebe hervor, die dort ganz und gar nicht hingehörten. Gärtner der Stadt identifizierten die Invasoren als Cannabis sativa, zu Deutsch: Hanf. Das Kraut wurde schleunigst entfernt, der Verursacher jedoch nie gefunden.

"Verantwortung für den öffentlichen Raum übernehmen"

Auch in München wurden von der Guerilla gepflanzte Tulpen auf Verkehrsinseln oder entlang von Radwegen oft einfach abgemäht, weil die Absicht dahinter nicht erkannt wurde. „So machte es die Stadt“, sagt Silvia Gonzalez. Mittlerweile hat sich die Situation geändert.

 

  • „Wenn die vom Stadtgartenamt wissen, wo illegal Sträucher gepflanzt worden sind, gießen sie sie auch mal.“ Umgekehrt kümmert sich die Guerilla um „Grünpaten“, die öffentliche Flächen in der Nachbarschaft betreuen. „Es ist Zeit, dass wir alle zusammen Verantwortung für den öffentlichen Raum übernehmen.“ Das bedeutet, privates, aber bisher illegales Engagement und die öffentlichen Stellen zusammenzubringen.

 

Martina Neumann vom Leipziger Verein Ökolöwe sieht das ähnlich. Mit Spaten und Saatgut bewaffnet, betritt die Stadtgärtnerin gemeinsam mit ihrer Kollegin Juliane Klengel am Mittwochnachmittag den Hof der Kindertagesstätte Biedermannstraße im Leipziger Stadtteil Connewitz. Die Gärtnerinnen sind auf Begrünungsmission, ganz offiziell.

Ihre kleinen Helfer warten schon. Zusammen mit den Kindern legen sie heute hinter dem Kita-Gebäude eine Blumenwiese an. Das Saatgut bringen die Frauen selbst mit. Die Aktion ist Teil des Projekts „Leipzig soll blühen!“, das der Verein im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben hat.

Im Gegensatz zu den geheimen Guerilla-Aktionen in anderen Großstädten haben sich die Leipziger Ökolöwen das zuständige Amt für Umweltschutz mit ins Beet geholt. „Blühende Landschaften Süd“ heißt denn auch die Saatmischung, mit der die Gärtnerinnen dem Artenschwund in Leipzig entgegentreten wollen.

Verein verschickt kostenlose Samentütchen

Damit das klappt, schickt der Verein kostenlose Samentütchen an alle, die ein Fleckchen Erde mit Wildblumen und Wildgräsern gestalten wollen. „Im Vorjahr haben wir knapp 2000 Saatbriefe verschickt“, sagt Martina Neumann. In diesem Jahr sollen es mindestens genauso viele sein. Auch zehn Kindereinrichtungen, die sich bei dem Verein darum beworben haben, werden auf diese Weise begrünt. Das sieht schön aus und hilft der Umwelt.

Das aber ist längst nicht bei all jenen Aktionen der Fall. Viele Garten-Guerilleros handelten ökologisch ahnungslos, wenn nicht gar fahrlässig, moniert der Ludwigshafener Botaniker Johannes Mazomeit, der die oft sehr vielfältige Pflanzenwelt in Großstädten erforscht. Manchen Guerilleros, die auffällige Pflanzen wie Sonnenblumen ausstreuen, sei es egal, ob dies zu den örtlichen Pflanzengemeinschaften und Insekten passe. Nicht nur mit dem deutschen Recht, sondern auch mit der Stadtökologie also müssen sich die freischaffenden Pflanzer künftig besser arrangieren.

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In Leipzig geschieht das schon. Dort säen die Gärtner und Kinder eine Mischung aus 48 mehrjährigen Wildpflanzen, die hier auch tatsächlich vorkommen, darunter Klatschmohn, Wilder Majoran und Spitzwegerich. Amina und Jason sind ganz vorn dabei, die Fünfjährigen dürfen im Beet buddeln.

Doch bevor es losgeht, muss der Boden erst einmal mit Sand aufgeschüttet werden. Hausmeister Hajo hat dafür eine Schubkarre voller Sand angekarrt. Mit Plastikschaufeln verteilen Amina, Jason und die anderen Kinder den Sand auf dem vorgeharkten Grund. Dann ist das Saatgut dran.

Die Kleinen vermischen es mit dem übrigen Sand. Dann wird wieder geschippt und geschüttet, anschließend trampeln die Kinder gründlich über den noch braunen Streifen Erde und drücken so den Samen fest. Zum Schluss gibt es auf dem Beet nicht viel zu sehen, außer zufriedenen Kindergesichtern.

 

  • Begrünungsaktionen oft nicht bloßer Selbstzweck: Solche Aktionen kommen nicht nur bei Kindern gut an. Grün beruhigt, sagen Farbpsychologen. Grün ist nachhaltig, sagen die Umweltschützer. Und nicht nur die. Seit Jahren predigen Experten, dass übermäßige landwirtschaftliche Nutzung und Lebensraumzerstörung in den Städten die Ursachen für den Artenrückgang in Deutschland seien. Oft aber sind die Begrünungsaktionen nicht bloßer Selbstzweck oder ein allgemeiner Aufruf zu größerem ökologischem Bewusstsein. Vielmehr werden die Pflanzungen mancherorts auch als unmittelbarer Ausdruck politischen Protests genutzt.

 

 

So steckten in Tübingen Aktivisten immer wieder Sonnenblumenkerne in die Grünflächen auf Verkehrsinseln – auf dass mitten im Verkehrsstrom die Symbolblumen des Anti-Atom-Widerstands blühten.

Das wohl prominenteste Beispiel für solches Widerstandsgärtnern ist Stuttgart 21. Parkschützer von Robin Wood protestierten im vergangenen Jahr gegen die Abholzung alter Platanen und Kastanien durch die Deutsche Bahn im Stuttgarter Schlossgarten, indem sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion 50 junge Platanen, Eschen und Spitzahornbäume in die aufgewühlte Erde pflanzten.

Doch wie der gesamte S-21-Widerstand mussten auch die Setzlinge vor dem Planungsrecht und dem Ergebnis der Volksabstimmung einknicken.

 

 

  • Freilich ist gärtnernder Protest eher selten ein konkret politischer gegen Großprojekte. Vielmehr richtet er sich oft auch gegen die alltägliche Verhässlichung der Städte.

 

 

David K. zum Beispiel will nicht weiter nur zusehen, wenn es um die Gestaltung des städtischen Lebensraums geht. „Für mich bedeutet Guerilla-Gardening, mir das Recht auf aktive Mitsprache an der Gestaltung des öffentlichen Raums zu nehmen.“

Verschönern ist nicht alles

Mit Schaufel, Harke und Samen bewaffnet, zieht David K. in den Frühlings- und Sommermonaten durch Hamburgs Szeneviertel, die Sternschanze und St. Pauli, um dort den urbanen Raum zu verschönern. Doch Verschönern ist eben nicht alles.

Der 29-Jährige kritisiert, dass viele brachliegende Flächen und sogar Teile von Parks in Großstädten verkommen, weil von öffentlicher Seite aus zu wenig Geld in die Instandhaltung dieser Grünflächen investiert wird. „Guerilla-Gardening kann da eine gute Möglichkeit sein, wenigstens im Kleinen etwas zu bewirken“, meint er.

 

  • Kleine Veränderung, großer Effekt. Guerilla-Gärtnern hat sich in vielen Städten fest etabliert. Initiativen bieten Kurse an, Bioläden verkaufen „Samenbomben“. In Freiburg etwa veranstaltete die Initiative „Plätze!Häuser!Alles!“ am Ostersonntag einen Guerilla-Gardening-Workshop. Und auf dem ehemaligen Flughafengelände Tempelhof in Berlin säen Aktivisten jedes Frühjahr Sonnenblumen. Dort hat sich aus der Gardening-Bewegung ein ganz legales Gemeinschaftsprojekt entwickelt. Das Allmende-Kontor auf der Tempelhofer Freiheit, in direkter Nachbarschaft zum Neuköllner Kiez, ist offen für alle, die sich für das Stadtgärtnern engagieren wollen. Mit oder ohne grünen Daumen.

 

Mitarbeit: Hannelore Crolly, Friederike Gehlenborg, Hermann Weiß

Die Gartenpiraten in Aktion: Was ist Guerilla Gardening?

von Tanja Lindauer

 

  • Oft ist es in großen Städten ziemlich trostlos und grau, Pflanzen sieht man, abgesehen von ein paar Bäumen, eher selten. Diese Ansicht der Stadt wollen die so genannten "Guerilla-Gärtner", eine Art "Gartenpiraten", ändern. In der Nacht schleichen sie mit Schaufel und Pflanzensamen bewaffnet umher und sorgen für ein grüneres Stadtbild. Eigentlich ist das eine schöne Idee, aber in den meisten Fällen verboten. Was steckt hinter dem "Guerilla Gardening" und was sagen die Gegner der Bewegung dazu?

 

Aktivisten der Guerilla-Gardening-Bewegung pflanzen in der Innenstadt von Calgary in Kanada Gemüse an.

Grant Neufeld, Wikimedia Commons

 

  • Da das eigenmächtige Begrünen der Städte nicht erlaubt ist, müssen die Aktivisten des "Guerilla Gardenings" nachts ihre Einsätze still und heimlich durchführen. Unter "Guerilla Gardening" versteht man das illegale, also verbotene, Bepflanzen und Begrünen von städtischen Flächen. Der Begriff stammt aus dem Englischen und die Idee, öffentliche Plätze zu begrünen, entstand bereits in den 1970er Jahren in New York.

 

  • Das Wort "Guerilla" kommt ursprünglich aus dem Spanischen und bedeutet wörtlich übersetzt in etwa "Kleinkrieg". Man meint damit eine bestimmte Form der Kriegsführung, den Guerillakrieg. Dabei handelt es sich um einen verdeckten und schnellen Angriff "aus dem Untergrund" gegen einen meist übermächtigen Gegner. Beim Guerilla Gardening sollen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion möglichst schnell viele Flächen begrünt werden. "Gardening" bedeutet auf Englisch "gärtnern" - man könnte also sagen, es handelt sich dabei um eine Art heimliche "Überraschungspflanzung".

 

  • Man muss, wenn man sich an einer solchen Bepflanzungsaktion beteiligt, damit rechnen, dass es zu einer Anzeige und einer Strafe in Form von Bußgeld kommen kann. Doch da viele Städte kaum Geld haben und verschuldet sind, konzentriert man sich in vielen Fällen auf "wichtigere Dinge", so dass die Polizei es nicht unbedingt weiter verfolgt, wenn jemand verbotenerweise eine Blume pflanzt. Oft freuen sich nicht nur die Anwohner, sondern auch die verantwortlichen Politiker selbst über die unverhoffte Verschönerung. Die "Pflanzen-Krieger" machen dabei vor nichts halt: Hinterhöfe, Verkehrsinseln oder Seitenstreifen - überall wird gepflanzt. Aber nicht immer werden die Aktionen der Gartenpiraten mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen.
  • Was wollen die Guerilla-Gärtner? Die Prinzessinnengärten in Berlin sind ein Beispiel dafür, dass es auch mitten in der Stadt möglich ist, Gemüse und Salat anzubauen.

 

  • Viele Guerilla-Gärtner wollen mit ihren nächtlichen Einsätzen einfach das Stadtbild verschönern und für ein besseres Klima sorgen, denn Pflanzen liefern bekanntlich Sauerstoff. Es gibt aber auch einige Menschen, die illegal Bepflanzungen vornehmen, um auf diese Weise zu protestieren. Ihrer Meinung nach muss der städtische Lebensraum wieder "zurückerobert" werden. Die Stadt hat ihrer Ansicht nach alles Natürliche verdrängt und ist im Besitz von Leuten, die ganz anderes mit den Flächen vorhaben - sie wollen etwa Fabriken oder neue Häuser bauen und vor allem viel Geld mit dem Gelände verdienen.
  • Einige Guerilla-Gärtner möchten den Protest mit etwas Nützlichem verbinden. Denn neben einem hübscheren Stadtbild kann man so zum Beispiel Erdbeeren pflanzen und diese später ernten. Diese Garten-Piraten bauen also vor allem "Nutzpflanzen" an. Manche nutzen große Brachflächen in einer Stadt, um sie zum Beispiel mit Tomaten oder Salat zu bepflanzen - das ist unter Umständen sogar erlaubt. In Berlin gibt es zum Beispiel die "Prinzessinnengärten" am Moritzplatz im Stadtteil Kreuzberg. Hier werden in alten Kisten oder Joghurtbechern Gemüse oder Kräuter gepflanzt und aufgezogen. Auf sage und schreibe 6.000 Quadratmetern kann sich so jeder, der möchte, frisches Gemüse holen und gegen eine kleine Gebühr mit nach Hause nehmen. So kann man mitten in der Großstadt mit frischen Zutaten aus der Umgebung kochen. Der Anbau von Gemüse und Obst mitten in der Innenstadt ist eine schöne Sache, bringt jedoch auch Probleme mit sich: Bedacht werden sollte dabei, dass die Böden dort verunreinigt und mit Giftstoffen angereichert sein können.

Dass man beim Anlegen von Guerilla-Gärten auch in Konflikt mit dem Gesetz kommen kann, hat die Geschichte des Nachbarschaftsgartens "Rosa Rose" in Berlin-Friedrichshain gezeigt. Diese Grünfläche zur gemeinschaftlichen Nutzung haben Anwohner und Helfer selbst angelegt, indem sie eine große brach liegende Fläche von Müll und Bauschutt befreit und mit Gemüse, Kräutern, Sträuchern und Blumen bepflanzt haben. Zu einem großen Streit mit Protesten und Polizeieinsatz kam es jedoch, nachdem der Eigentümer des Grundstücks wechselte und Teile des Gartens zerstört werden sollten, um dort zu bauen. Schließlich mussten die Guerilla-Gärtner weichen und der dortige Gemeinschaftsgarten wurde eingestampft.

Bunte Blumen als politischer Protest

Viele Anhänger des Guerilla Gardening wollen nicht nur die Stadt verschönern, sondern das Gärtnern vor allem für politische Proteste nutzen.

Mary Carson, Wikimedia Commons

Nicht wenige wollen mit dem illegalen Begrünen der Stadt auf friedliche Art und Weise auf gesellschaftliche Probleme wie etwa die Problematik der Globalisierung hinweisen. Vor zwölf Jahren protestierten beispielweise "Globalisierungsgegner" in London, indem sie sich auf dem Parliament Square versammelten und den Platz einfach bepflanzten. Sie wollten damit "die Straßen zurückerobern". Natürlich fand diese Aktion auch schnell Nachahmer.

  • Bei politischen Protestaktionen wird mithilfe der Begrünung manchmal auch eine gezielte Aussage gemacht, denn Pflanzen können etwa so angeordnet werden, dass sie zum Beispiel ein Friedenssymbol bilden. Oder man bepflanzt Golfplätze mit Dornenbüschen, um zu zeigen, dass sie nicht umweltfreundlich und unnatürlich sind - denn nicht wenige Golfplätze sind aus ökologischer Sicht gesehen problematisch. Andere Aktionen konzentrieren sich auf Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen und man zerstört durch die wilde Bepflanzung die Ernte. Ein Motto bei diesen Protesten lautet zum Beispiel: "Allgemeiner Protest gegen die Monokulturen des Spießbürgertums!". Unter einer Monokultur versteht man den Anbau von nur einer Pflanzenart - dies ist nicht gut für die Umwelt, da die Böden stärker abgenutzt und andere Arten verdrängt werden.
  • Robin Hood der Natur Beim Guerilla Gardening soll die graue, trostlose Stadt in eine grüne Oase verwandelt werden. Ganz getreu dem Motto "Zurück zur Natur".

 

Zwar ist die Idee des Guerilla Gardenings schon in den 1970er Jahren umgesetzt worden, doch bald geriet sie wieder in Vergessenheit. In den vergangenen Jahren haben die Guerilla-Gärtner wieder an Zulauf gewonnen. Es ist vielen Menschen wichtig, dass sie im modernen Großstadtleben noch einen Bezug zur Natur haben und auch die Stadt ein gesunder Lebensraum sein kann. Ein Vorbild ist vor allem der Engländer Richard Reynolds, der 2004 nach London zog und seine Umgebung verschönern wollte. Also schnappte er sich Schaufel, Pflanzen und Samen und machte sich ans Werk.

Reynolds ist mittlerweile über die Grenzen Englands hinaus bekannt und hat sogar eine Anleitung für jeden geschrieben, der sich mit Guerilla Gardening auseinandersetzen möchte und selbst tätig werden will. In seinen Büchern "Guerilla Gardening - Ein botanisches Manifest" und "A Handbook for Gardening without Boundaries" ("Ein Handbuch für das Gärtnern ohne Grenzen") beschreibt er genau, wie man vorgehen muss. Zudem erzählt er auf vielen Vorträgen weltweit, wie man die Aktionen plant und umsetzt. Auch auf seiner Homepage "Guerillagardening.org" können sich Interessierte informieren und in einem Forum austauschen.

 

  • Die Vorgehensweisen, wie man in kurzer Zeit möglichst viel bepflanzen kann, unterscheiden sich, der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Man muss sich nicht unbedingt mit einer Schaufel und Pflanzen oder Samen an die Arbeit machen, sondern kann manchmal auch mit nur wenig Aufwand viel erreichen. Trostlose graue Wände oder hässliche Betonpfeiler können zum Beispiel mit einer Mischung aus Moos und Buttermilch bestrichen werden, und mit etwas Glück ist die Wand innerhalb von wenigen Wochen schön grün. Auf diese Weise kann man auch eine "grüne" Schrift erzeugen. Und mit einer so genannten "Samenbombe" kann man praktisch im "Vorbeigehen" einen Platz bepflanzen oder sie vom Fahrrad aus einfach auf eine passende Stelle werfen.

 

"Waffe" der Gartenpiraten: Die Samenbombe

Mit einer Samenbombe, die aus Erde geformt und mit Pflanzensamen gefüllt ist, kann man still und heimlich die Stadt begrünen.

 

Wenn man bewaffnet mit Schaufel und Gießkanne in der Nacht umherstreift, macht man sich meistens schon recht verdächtig. Und auch wenn Guerilla Gardening oftmals stillschweigend geduldend wird, riskieren die heimlichen Gärtner eine Anzeige. Mit "Samenbomben" können sie hingegen schnell und vor allem unauffällig handeln. Bei der Samenbombe handelt es sich um eine Kugel, die aus Erde geformt ist und Samen enthält. Die Kugel besteht aus einer Mischung aus Erde, Kompost und Ton und wird in einem Backofen angetrocknet. Damit will man erreichen, dass der Lehm trocknet und die Kugel nicht auseinanderfällt. In der Mitte der Kugel befinden sich die Samen, die dafür sorgen sollen, dass es schön grün oder bunt wird. Meistens werden verschiedene Pflanzensamen in einer Kugel verwendet.

Mit den Samenbomben "bewaffnet" machen sich die Aktivisten auf den Weg und platzieren sie dort, wo sie mit grünen Pflanzen und bunten Blumen für Verschönerung sorgen möchten. Man kann sie unauffällig hinlegen oder werfen. Die Erdkugeln bieten den Samen einen guten Schutz. Wenn man diese einfach einzeln verstreuen würde, könnten Vögel die Samen nämlich schnell aufpicken. Wenn es regnet, saugen sich die Bomben mit Wasser voll und quellen auf. Die Samen im Inneren der Bombe beginnen dann zu keimen und die kleinen Pflanzensprösslinge kämpfen sich den Weg an die Oberfläche.

  • Wild drauflos pflanzen kann Schaden anrichten. Natürlich freuen sich viele Leute, wenn es in der Stadt schön grün ist und sie im Frühling und Sommer bunte Blumen bewundern können. Rote, gelbe oder pinke Farbtupfer in der Großstadt heben die Laune und die Menschen haben das Gefühl, der Natur ein Stückchen näher zu sein. Aber einfach wild zu pflanzen kann auch Schaden anrichten - man sollte sich also vorher genau überlegen, ob man mit dem Bepflanzen wirklich etwas Gutes tut.
  • Naturschützer finden deshalb die Aktionen der Guerilla-Gärtner nicht immer gut und machen darauf aufmerksam, dass ein unkontrolliertes Aussäen und Pflanzen mit Umweltproblemen verbunden ist. Die meisten Insekten sammeln vorzugsweise den Nektar von Wildpflanzen, während einige der beliebten bunten Sommerblumen nicht von Nutzen für sie sind. Vor allem ist es problematisch, wenn man exotische Pflanzen sät, die für andere Pflanzen eine Gefahr sein können, weil sie heimische Arten verdrängen. In vielen Fällen ist es also besser, auf heimische Pflanzen zurückzugreifen, um so bereits bestehenden Pflanzen in der Umgebung nicht zu schaden, die nützlich sind und vielen Insekten und anderen Tieren als Nahrung dienen.
  • Weiterhin sollten die Stadt-Gärtner darauf achten, dass sie nicht zu viel Dünger verwenden, da dies schädlich für die Böden und somit für die Natur ist. Auch auf Gifte wie Pestizide und andere "Pflanzenschutzmittel" sollte verzichtet werden. So können zwar Schädlinge von den Pflanzen ferngehalten werden, aber diese Mittel sind umweltbelastend und können anderen Pflanzen, Tieren und Menschen schaden. So könnte das Gift auch ins Grundwasser gelangen und für die Umwelt und uns Menschen zu einer Gefahr werden.
  • Man kann auch nicht einfach überall wild drauflos pflanzen. Brache Flächen sehen zwar nicht schön aus, sind in manchen Fällen aber sogar wichtig. Dort könnten einige Tiere wie Eidechsen ihren Lebensraum haben oder bestimmte Vogelarten nisten. So brütet die Nachtigall gerne am Boden brach liegender Flächen in der Stadt. Außerdem macht es nicht unbedingt Sinn, einfach nur irgendwo Samen zu werfen und sich dann nicht weiter darum zu kümmern. Zum einen ist nicht jeder Standort geeignet für die entsprechenden Pflanzen. Zum anderen benötigen die meisten Pflanzenarten auch eine Pflege und müssen zum Beispiel ausreichend bewässert werden.
  • Guerilla Gardening liegt im Trend: Mittlerweile ist Guerilla Gardening schon zu einer Art Trend geworden und manche versuchen, Geld damit zu verdienen. An diesem Automaten kann man Samenbomben für einen Euro kaufen.
  • Mittlerweile ist das verbotene Bepflanzen sogar eine Art "Trend-Sport" geworden und auch die Industrie versucht diese Bewegung für sich zu nutzen. So hat zum Beispiel die Marke Adidas eine Werbung gemacht, in der in Adidas gekleidete Aktivisten zu sehen sind, die nachts die Stadt mit Pflanzen verschönern. Dieser Trend wird wiederum von vielen "Garten-Piraten" argwöhnisch beäugt. Denn zwar bepflanzen die Personen in dem Werbespot die Stadt, doch was geschieht dann? Werden sie sich weiter um die Blumen kümmern? Immerhin müssen diese auch gepflegt und gegossen werden.

Auch in Deutschland erfreut sich die Guerilla-Gardening-Bewegung einer immer größer werdenden Beliebtheit. Vor allem in Berlin wird die Hauptstadt des Nachts immer weiter begrünt. Einige Anwohner machen es nach und pflegen die "verbotenen" Pflänzchen vor ihrem Haus. Ein paar Stiefmütterchen unter einem Baum oder auf einer Verkehrsinsel können so leicht gute Laune versprühen. Aber auch wenn sich Guerilla Gardening einfach anhört, muss man auch mit Rückschlägen rechnen. Nicht nur kann es problematisch sein, bestimmte Stellen zu bepflanzen und die "Gartenpiraten" riskieren, mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Manchmal gehen die Samen gar nicht erst auf oder es gibt immer wieder Menschen, die die Pflanzen einfach rücksichtslos zertrampeln.

Fest steht: Sofern die Gartenpiraten bei den heimlichen Pflanz-Aktionen auch an die Umwelt denken, stellt Guerilla Gardening für viele Menschen

 

Guerilla Gardening

Die Gartenpiraten ()Zeit-Magazin

Das wilde Begrünen ist auch in Deutschland verboten, aber die Polizisten nehmen es gelassen. Die kleinen Gärtchen fallen kaum auf, meistens vertrocknen die Blumen innert weniger Tage. Bepflanzte Baumumrandungen vor der eigenen Wohnung oder dem Atelier sind weitaus häufiger. Dafür muss man sich nicht nachts treffen und Samenbomben werfen.

Guerilla Gardening: Das steckt dahinter

07.10.2019 10:41 | von Nils Rönnberg

Großstädte sind häufig von einer grauen Tristesse geprägt, in der Natur keinen Platz mehr hat - die Bewegung "Guerilla Gardening" möchte dagegensteuern. Wir erklären, was dahinter steckt.

Guerilla Gardening - Grünere Städte durch geheime Aussaaten

Unter Guerilla Gardening versteht man im Allgemeinen das Aussäen von Pflanzen im geheimen Rahmen im öffentlichen Raum.

Die Aktivisten agieren also zumeist - ähnlich wie Guerilla-Kampftruppen - im Verborgenen und bleiben unerkannt. 

Die Aussaat von Pflanzen kann verschiedene Motive haben. Unter anderem werden Guerilla-Gardening-Aktionen als Mittel des politischen Protests genutzt.

Einige Guerilla-Gärtner verfolgen jedoch keine politischen Motive. Stattdessen möchten sie mit Ihren Aktionen für ein grüneres, naturverbundeneres Stadtbild kämpfen.

Auch einige Künstler verwenden Guerilla-Gardening-Techniken immer wieder als Ausdrucksmittel.

Wer in Deutschland auf öffentlichen oder privaten Flächen Samen aussät, kann übrigens rechtlich verfolgt werden. In den meisten Fällen werden die Aktionen jedoch toleriert, beziehungsweise es wird von entsprechenden Verfahren abgesehen.

Guerilla Gardening

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Guerillagärtner pflanzen Gemüse in der Innenstadt von Calgary

Als Guerilla Gardening (zusammengesetzt aus guerrilla – von span. guerrilla für „kleiner Krieg“ – und engl. gardening für „Gärtnern“) wurde ursprünglich die heimliche Aussaat von Pflanzen als subtiles Mittel politischen Protests und zivilen Ungehorsams im öffentlichen Raum bezeichnet, vorrangig in Großstädten oder auf öffentlichen Grünflächen.[1] Mittlerweile hat sich Guerilla-Gardening zum urbanen Gärtnern oder zu urbaner Landwirtschaft weiterentwickelt und verbindet mit dem Protest den Nutzen einer Ernte beziehungsweise einer Verschönerung trister Innenstädte durch Begrünung brachliegender Flächen.[2]

Als Guerilla Gardening wurde ursprünglich die heimliche Aussaat von Pflanzen als subtiles Mittel politischen Protests und zivilen Ungehorsams im öffentlichen Raum bezeichnet, vorrangig in Großstädten oder auf öffentlichen Grünflächen. Wikipedia

AllesKönnerKiste Garten-Piraten

So wird die Welt ein bisschen bunter. Aus schnell keimenden Blumensamen, Erde, Gips, Sand und Wasser eine Masse herstellen und mit der Ausgießform in witzige Formen bringen. Die getrockneten kleinen „Samenbomben“ abwerfen und nach kürzester Zeit entstehen schöne Blütenoasen. Mit Infos zum Naturschutz vor der eigenen Haustür.

 

Inhaltsverzeichnis

Der Garten als Kinderspielplatz: Tipps und Ideen

Faszination Garten bei Kleinkindern

Tatendrang im Garten der Vier- bis Sechsjährigen

Acht- bis Zehnjährige als angehende Junggärtner

Ein Kräutergarten für Kinder

Schutz vor Gefahren: Diese 10 Punkte sollten Sie beachten!

Ruhezonen im Garten mit Gartenhaus, Laube oder Pavillon

Kinderspielplatz mit Spielgerüsten und Weiden-Wigwam

So bauen Sie ein einfaches „Wigwam“

Planungsbeispiele für den Kinderspielplatz im Garten

Profi-Tipps zur Gartenplanung: Experten-Interview mit Balbina Fuchs

Im eigenen Garten erleben Kinder, wie die Natur wirkt, wie Pflanzen wachsen, blühen, Früchte tragen und vergehen. Kinder, die ein eigenes Beet bekommen und „ihre“ Pflanzen, Kräuter und Blumen selber pflegen dürfen, tun das mit großem Ernst. Das Staunen und die Freude sind groß, wenn aus einem winzigen Samen oder einem kleinen Pflänzchen wirklich etwas Essbares oder Blühendes gewachsen ist. Ins Kinderbeet sollten nur leicht zu pflegende Pflanzen gesetzt werden, die gut an das Klima angepasst sind und außer Kompost keinen Dünger brauchen.

Faszination Garten bei Kleinkindern

Schon Kleinkinder sind voller Wissensdurst. Ab dem Alter von drei Jahren fasziniert alles, was sich spannend anfühlt oder toll riecht. Dafür empfiehlt sich zum Beispiel ein duftender Bodenbelag aus Römischer Kamille und Teppich-Poleiminze – beide Bodendecker sind trittfest und ein prima Rasenersatz. Beliebt sind auch Pflanzen zum Basteln: Mit den Blüten von Kugeldistel, Strohblume und duftendem Lavendel lassen sich kleine Kunstwerke kleben – Bilder, ein Mobile oder verzierte Postkarten für Oma. Auch auf dem Balkon gibt es Möglichkeiten: Wer Kastanien sammelt, hat bald seinen eigenen Baum im Blumentopf. Kapuzinerkresse keimt ebenso fix und schmückt Salate mit leckeren Blüten.

 

 

Auch Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren wollen schon tatkräftig im Garten mithelfen. Geben Sie den Kindern große Körner wie zum Beispiel Erbsen und Bohnen zum Aussäen.

Foto: Fotolia / Maria Sbytova

  • Tatendrang im Garten der Vier- bis Sechsjährigen: Auch Vier- bis Sechsjährige wollen schon gern tatkräftig im Garten mithelfen. Die erste Aussaat gelingt gut mit großen Körnern wie Erbsen und Bohnen. Rote Feuerbohnen haben bald ein Tipi aus Bambusstangen eingegrünt, das ein prima Versteck bildet. Gedüngt wird mit Bio-Jauche, dafür werden Brennnesseln gesammelt – aber nur mit langen Handschuhen. Wer im Garten blauen Mönchspfeffer oder aromatischen Schmetterlingsflieder hat, kann an Sommertagen Dutzende bunter Falter an den Blüten finden. Perfekt, um mit passender Ausrüstung eine Hinterhof-Safari zu starten.
  • Spannend sind auch Bauprojekte mit Papa: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Insektenhotel aus angebohrtem Holz, Schilf und Lochziegeln für ungefährliche Wildbienen und Marienkäfer? Oder eine Igelburg aus Backsteinen? Die werden vierlagig aufgeschichtet, mit einer Gehwegplatte abgedeckt und mit Reisig getarnt. Sie dient den Stacheltieren – die gern Nacktschnecken vertilgen – als Winterhort und Nestplatz. Pflanzen vermehren macht Spaß mit dem Moos-Trick: Dafür wird im Juni um einen Forsythien-Zweig ganz eng Draht gezwirbelt, dann das Ganze mit feuchtem Moos und Alufolie umwickelt. Nach zwei Monaten haben sich Wurzeln gebildet, der Zweig kann abgeschnitten und eingepflanzt werden.
  • Acht- bis Zehnjährige als angehende Junggärtner: Das eigene Entdecken steht mit zunehmendem Alter im Vordergrund. Mit acht oder zehn Jahren dürfen Kinder endlich ihr eigenes Beet im Garten haben. Hier können sie pflanzen und genießen, was am besten schmeckt: Erdbeeren, Johannisbeeren und die stachellosen Brombeeren gehören zur Grundausstattung. Die Kleinen werden von der Garten-Expedition begeistert sein. Besonders, wenn man sie mit leckeren Besonderheiten in die urbane Natur lockt, zum Beispiel mit einer Cola-Duftgeranie für selbst gemachtes Eis oder einer Bananen-Minze für Limo. Spätestens wenn Ihre Nachwuchsgärtner stolz die ersten eigenen Cocktailtomaten präsentieren, wissen Sie: Die Aktion „grüner Daumen“ ist geglückt.
  • Ruhezonen im Garten mit Gartenhaus, Laube oder Pavillon: Mitten im Garten Ruhe finden, die Natur und den Duft der Blumen genießen und dennoch für sich geschützt sein, das alles können Sie in in einer berankten Laube. Gartenhäuser, Pavillons, Pergolen und Lauben geben Schatten, gliedern den Garten und erlauben den Erwachsenen, sich vom Trubel des Familienlebens zurückzuziehen. Eine einfache und schnelle Art, eine solche Laube zu bauen, bieten Rankwände, die Sie fertig im Baumarkt kaufen oder aus Kanthölzern und Leisten selber herstellen. Geborgenheit schenkt dieser Platz vor allem, wenn er sich nach Jahren in eine blühende Oase verwandelt hat. Geißblatt, Kletterrosen und Pfeifenwinden umranken ihn wie Dornröschens Schloss. Töpfe mit Kräutern oder den saisonalen Lieblingsblumen, um den Gartenstuhl gruppiert, schaffen schon vorher eine zauberhafte Atmosphäre.

 

 

  • Kinderspielplatz mit Spielgerüsten und Weiden-Wigwam: Schaukeln, Rutsche, Aussichtsplattform und Kletternetz – hier können Kinder verschiedenen Alters toben, spielen und turnen. Eine Doppelschaukel kann später für die Größeren mit einer Hängematte ausgetauscht werden. Als Material eignet sich am besten ein kesseldruckimprägniertes und speziell für Spielgeräte zugelassenes Holz, das Sie im Fachhandel oder Baumarkt bekommen. Wenn Sie es regelmäßig mit einer Lasur auf Ölbasis schützen, sieht es noch nach Jahren schön aus.

So bauen Sie ein einfaches „Wigwam“

Ein Haus aus lebenden Weiden gebaut, schafft für Kinder einen geschützten Spielort: zum Geschichten Vorlesen, um geheime Dinge zu verstecken, um Indianer oder „Ronja Räubertocher“ zu spielen.

 

Ein Wigwam aus lebenden Weidenruten macht Kindern Spaß. Hier wird gerade der Tunnel gebaut.

Foto: freitag-weidenart.com

Schneiden Sie etwa zehn zweijährige Ruten als senkrechte Stangen. Für ein Wigwam mit einem Meter Durchmesser sollten sie mindestens zwei Meter lang sein.

 

Mit einem Stock, der mit einer Schnur an einen Pfahl gebunden ist, markieren Sie auf der Wiese den Radius. Dann wird die Schnur um eine Spatenbreite verlängert und eine zweite Markierung gezogen. Zwischen den beiden Markierungen wird nun die Grasnarbe entfernt. Der spätere Eingang wird ausgespart.

 

Im Abstand von circa 15 bis 10 Zentimetern werden die Weidenruten etwa 30 Zentimeter tief in den Graben eingepflanzt. Falls nötig, bohren Sie vorher Pflanzlöcher.

 

Die Ruten werden anschließend am oberen Ende mit einer dünnen Hanfschnur zusammengebunden. Dann schneiden Sie alle Spitze ab, um das Wachstum am unteren Ende anzuregen.

 

Zehn dünnere, einjährige Ruten pflanzen Sie zwischen die dicken schräg ein. Sie können diese Ruten oben an den dicken Stangen mit Schnur befestigen.

 

Ein Jahr später wird der „Wigwam“ üppig bewachsen sein. Die meisten Neutriebe sind nahe an der Spitze zu finden. Flechten Sie diese Neutriebe zur Verstärkung in das Weidengeflecht ein und beschneiden Sie die Triebe an der Spitze.

Planungsbeispiele für den Kinderspielplatz im Garten

Gut abgestimmt und geplant erfüllt der eigne Garten die Wünsche von Groß und Klein. Hier zeigen wir zwei Beispiele aus der Profi-Hand vom Verband "Gärtner von Eden".

 

Der Garten als Kinderspielplatz, auf dem sich die Kinder austoben können.

Foto: Gärtner von Eden

Die Terrasse liegt direkt an Spielwiese und Sandkasten – so haben die Eltern ihre Kinder immer im Blick.  Neben Terrasse und Spielbereich wurde reichlich Platz für Blumenbeete eingeplant.

 

Dieser Garten bietet Spaß und Entspannung für alle Familienmitglieder.

Foto: Gärtner von Eden

Das Segelboot im Sandspielbereicht ist ein besonderes Highlight. Hier können Kinder spielen oder Erwachsene gemütlich sitzen und ein Buch lesen.

 

Ein besonderes Highlight in diesem Garten ist das alte Segelboot.

Foto: Gärtner von Eden

In diesem Garten wurden mehrere Spielecken anlegt, die für die Eltern von der Terrasse gut einsehbar sind.

 

In diesem Garten wurden mehrere Spielbereiche anlegt.

Foto: Gärtner von Eden

Der Sandbereich liegt links von der Rutsche. Hier wird balanciert, gebaut und gebaggert – mit eigenem Wasseranschluss im großen Baumstamm.

 

Links neben der Rutsche wird balanciert, gebaut und gebaggert.

Foto: Gärtner von Eden

Profi-Tipps zur Gartenplanung: Experten-Interview mit Balbina Fuchs

 

Balbina Fuchs (Diplom-Ingenieurin für Landschaftsbau und Management) gibt hilfreiche Tipps zur Gartenplanung.

Foto: Gärtner von Eden

Ein Familiengarten sollte die Bedürfnisse aller berücksichtigen – die von Kindern ebenso wie die der Erwachsenen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie alle Wünsche unter einen Hut bringen können, ziehen Sie einen Fachmann in Sachen Gartenplanung zu Rate.

Balbina Fuchs ist Diplom-Ingenieurin für Landschaftsbau und Management bei der Firma "Fuchs baut Gärten". Diese zählt mit zu den rund 60 Top-Gartengestalter-Betrieben in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich unter dem Markennamen "Gärtner von Eden" zusammengeschlossen haben. Sie stehen für hochwertige Planung und Umsetzung von Privatgärten sowie für kompetente und nachhaltige Betreuung und Pflege.

Das Haus Online: Was ist das Wichtigste bei der Planung eines Familiengartens?

Balbina Fuchs: Bei der Planung sollten sich unbedingt alle Familienmitglieder, die den Garten nutzen wollen, an einen Tisch setzen und ihre Meinungen, Wünsche und Bedürfnisse offen aussprechen. Dabei sollte jeder Wunsch ernst genommen werden. In den meisten Fällen kann zwar nicht alles umgesetzt werden, aber alle sollten ihre Wünsche hinterher im Garten wiederfinden, so dass eine ausgewogene Mischung zustande kommt, etwa mit Spielbereichen für die Kinder und Ruhezonen für die Erwachsenen.

Wie unterteile ich den Garten sinnvoll?

 

  • Hanggrundstücke lassen sich durch unterschiedliche Ebenen gut strukturieren und damit eine Trennung der einzelnen Gartenbereiche erzielen.

 

Bei ebenen Grundstücken übernehmen diese Funktion Sichtschutzelemente oder Heckensegmente. Auch die Wegeführung kann Bereiche trennen.

Wie viel Rasenfläche braucht man zum Spielen und Toben?

Kommt auf die Kinder an, wollen sie Fußball spielen oder wollen sie lieber ein Baumhaus? Die einen brauchen viel Raum für Bewegung, die anderen lieber einen Rückzugsort zum Lesen oder Verstecken. Am besten mit den Kindern sprechen.

Was ist bei der Auswahl der Pflanzen zu beachten?

Viele Familien freuen sich über Nutzpflanzen, bei denen sie ernten oder naschen können, aber die Kinder auch schon bei der Pflege helfen können. Das können sowohl Obstbäume als auch Beerensträucher sein. Schön sind auch Frühlingsblüher oder solche Pflanzen, die sich im Jahreskreis zu Dekozwecken nutzen lassen, also zum Beispiel Zweige für den Osterstrauch liefern, sich im Winter dekorativ mit Lichterketten schmücken lassen. Außerdem sind solche Pflanzen interessant, die Tiere in den Garten locken, zur Blüte etwa Schmetterlinge oder Vögel, die die reifen Früchte ernten. Das ist ein Schauspiel, das Kinder immer sehr fasziniert. Beim Thema Giftpflanzen scheiden sich die Geister. Ich bin nicht der Meinung, dass im Familiengarten keine giftigen Pflanzen mehr stehen dürfen. Vielmehr finde ich es wichtig, den Kindern nahe zu bringen, welche Pflanzen im Garten stehen und welche man nicht essen darf. Wenn aber Familien auf Nummer sicher gehen wollen, kann man sie da natürlich beraten, damit keine unverträglichen Pflanzen im Garten vorkommen.

Und worauf kommt es bei den Spielgeräten an?

Diese müssen regelmäßig gewartet werden, damit das Holz nicht morsch ist oder das Seil der Schaukel plötzlich durchbricht. Toll sind auch Klettermöglichkeiten auf Totholz oder Matschmöglichkeiten für Kinder. Ein Sandspielbereich, vielleicht mit einer integrierten Viehtränke als Wasserlieferant, lässt sich auch schön mit Findlingen einfassen, die dann ins Spiel einbezogen und beklettert werden können. Wir versuchen immer, möglichst mit natürlichen Materialien zu arbeiten, damit sich die Spielgeräte nicht wie Fremdkörper im Garten ausnehmen. Soll es ein Trampolin sein, kann man aus Gründen der Optik eine bodenebene Variante wählen. Spielgeräte lassen sich auch pflanzen, zum Beispiel können Weiden zu einem Tipi oder einem Tunnel zusammengebunden werden.

Wie wird mein Garten kindersicher?

Ganz wichtig ist es, Kinder vor Wasser zu schützen, also den Gartenteich zu umzäunen, einen Teichwasserbewegungsmelder zu installieren und Regenwassertonnen mit Gittern zu versehen. Das Wasser ist immer noch die größte Gefahr. Außerdem sollte ein Garten so umzäunt sein, dass Kinder nicht weglaufen können. Wer Mauern und Treppen im Garten hat, sollte eine Absturzsicherung installieren, und wie beim Thema Pflanze schon erwähnt, Kinder über eventuelle Gefahren von dieser Seite aufklären.

Gibt es Tricks, mit denen ich Kinderbereiche so anlege, dass ich sie später unkompliziert für einen Erwachsenen-Garten umnutzen kann?

Natürlich, wir legen die Gärten immer so an, dass Spielmöglichkeiten umgenutzt werden können, so kann etwa aus dem Sandspielbereich später eine Feuerstelle oder ein Teich entstehen.

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