PIRATEN-LAND IN SICHT

Wagemutige Abenteurer und Freiheitshelden sollen sie gewesen sein, die Herren der Sieben Meere. 

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Sie führten ein selbst bestimmtes Leben in Saus und Braus ohne Verpflichtungen und vergruben ihre Gold-Schätze an exotischen Stränden.

Solchermaßen verführerisch wird uns in Filmen wie „Fluch der Karibik“ das Leben jener sympathischen Glücksritter auf hoher See vorgeführt.

Vergnügliches Dasein ohne Pflicht und Ordnung

Das bleibt nicht ohne Wirkung auf uns. Denn diese rebelligen Gesellen verkörpern in gewisser Weise den Menschheitstraum vom fröhlichen Dasein ohne Pflicht und Ordnung.

 

 

Und sie wecken in uns die Sehnsucht nach Freiheit. Wie gerne würden auch wir so couragiert aus den Zwängen des Alltags ausbrechen und gegen alle Widerstände ein freudenreiches Leben führen! 

Zweifelhafte Leitbilder

Aber lassen wir uns nicht zu sehr von der schillernden Seefahrerromantik blenden. Mythos und Realität klaffen weit auseinander. 

Die vermeintlichen Freiheitshelden unter der Flagge mit den Totenkopf waren in Wirklichkeit eher säbelrasselnde Halunken. Eigentumsdelikte, Freiheitsberaubungen und grausame Gewalttaten aller Art gehörten gleichsam zum Geschäftsmodell.

Die abenteuerlichen Fahrten, die ruhmreichen Taten und die großen Reichtümer sind eher Teil eines literarisch und medial geprägten Klischees und als Faktor einer halbwegs sinngebenden Wunschvorstellung nicht zu gebrauchen. 

Das Abenteuer von Glück und Freiheit

Ganz profan betrachtet könnte man allerdings diese wilden Gesellen als gesellschaftliche Individuen bezeichnen, die kompromisslos ein glückliches Leben führen wollten und dabei schrecklich falsche Wege gingen. 

Entmythologisieren wir also die Piratenfigur und begreifen sie als symbolhafte Umschreibung für die Bemühungen eines jeden einzelnen von uns, ein glückliches Leben führen zu wollen. In diesem Sinne wollen wir von den freiheitsliebenden Draufgängern lernen.

Glück besteht in der Kunst, sich nicht zu ärgern, dass der Rosenstrauch Dornen trägt, sondern sich zu freuen, dass der Dornenstrauch Rosen trägt.  (Arabisches Sprichwort)

Sportler können mit Kniebeugen (engl. Squat) gut die Hälfte ihrer gesamten Muskelmasse des Körpers aktivieren. Wir Garten -Piraten dürfen unsere Fähigkeit zum Glücklich-Sein entspannter trainieren. Der Garten ist unser Denk-, Erfahrungs- und Trainingsraum. Denn "die Beschäftigung mit Erde und Pflanzen kann der Seele eine ähnliche Entlastung und Ruhe geben wie die Meditation". (Hermann Hesse)  

"Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum." Dieter Kienast

Mein Leben als Pirat

Hängen soll ich auf der Stelle

als ein raubender Geselle
wegen frevelhafter Taten

auf den vielen Kaperfahrten:

Fluchen, prahlen, Streit entfachen,

lauern, kämpfen, Beute machen,

raffen, horten, Schätze sammeln,

fressen, saufen, lieblos rammeln.

 

Auch die Gier nach den Millionen

will die Glücksfee nicht belohnen.

So geleitet von den Trieben

ist die Wehmut doch geblieben.

Träume, die verloren gingen

bei der Jagd nach toten Dingen,

blieben unerfüllt zurück

auf meinem Weg zum Lebensglück.

 

 

Doch bei mehr Bescheidenheit

steht ein Schatz für mich bereit.

Warum also länger warten,

liegt er doch in meinen Garten.

So hält es Kurs, mein Lebensschiff,

trotz rauer See und scharfem Riff.

Als Kompass dient mein steter Traum

von einem grünen Lebensraum.

Dieter Natus